Der Deutsche Kulturrat hat die neunte Ausgabe seines Mentoring-Programms «Frauen in Kultur und Medien» gestartet. Zum Auftakt trafen sich die 26 ausgewählten Mentees am 19. Oktober in Berlin mit ihren Mentorinnen, die sie in den kommenden sechs Monaten beruflich begleiten werden. Aus mehr als 250 Bewerbungen wählte der Kulturrat die Teilnehmenden aus.
Programmziel: Sichtbarkeit und Führungswege stärken
Das bundesweite, spartenübergreifende Angebot richtet sich an hochqualifizierte Frauen aus Kultur und Medien, die bereits über umfangreiche Berufserfahrung verfügen und eine Führungsposition anstreben oder ihre Branchensichtbarkeit erhöhen möchten. Für die Teilnahme gilt in der Regel eine Erfahrungsgrenze von mindestens zehn Jahren. Ziel der sechsmonatigen Laufzeit ist es, die beruflichen Perspektiven der Teilnehmerinnen zu erweitern, sie untereinander zu vernetzen und auf dem weiteren Karriereweg zu unterstützen.
Individuelles Mentoring und begleitendes Rahmenprogramm
Kern des Programms ist das persönliche 1:1-Mentoring. Die Tandems gestalten ihre Zusammenarbeit individuell: Treffen finden persönlich, per Video oder telefonisch statt. Der Austausch soll Erfahrungstransfer, Netzwerköffnung und die Reflexion beruflicher Ziele ermöglichen. Ergänzend bietet das Programm ein Rahmenangebot mit Netzwerktreffen und Seminaren.
- Workshops zu Bewerbungs-Coaching und Rhetorik
- Seminare zur Positionierung und Führung
- Monatlicher Zoom-Stammtisch
- Alumni-Netzwerk für langfristigen Austausch
Die Organisatoren betonen die Bedeutung der Kombination aus individueller Begleitung und kollektiven Weiterbildungsformaten, um nachhaltige Vernetzung innerhalb der Branche zu fördern.
"Die vergangenen acht erfolgreichen Runden unseres Mentoring-Programms für weibliche Führungskräfte im Kulturbereich haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig diese Unterstützung für Frauen ist, die eine Führungsposition im Kultur- und Medienbereich anstreben."
Das Zitat stammt vom Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, der damit auf die bisherigen Erfahrungen des Programms verweist.
Finanzierung und politische Förderung
Die neue Runde wurde durch die Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ermöglicht. Namentlich wird die Unterstützung dem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zugeschrieben. Damit erhält das Programm staatliche Rückendeckung, die für die Fortführung solcher Initiativen auf Bundesebene zentral ist.
| Angabe | Zahl |
|---|---|
| Ausgewählte Mentees | 26 |
| Bewerbungen | Mehr als 250 |
| Programmdauer | Sechs Monate |
| Programmrunde | Neunte |
Für die deutsche Kulturlandschaft hat das Mentoring-Programm mehrere Implikationen: Es adressiert strukturelle Ungleichheiten bei der Besetzung von Führungspositionen, stärkt persönliche Netzwerke und könnte langfristig die Repräsentation von Frauen in programmatischen und institutionellen Entscheidungen erhöhen. Zugleich stellt sich die Frage nach der Reichweite: Mit 26 Plätzen bleibt das Angebot selektiv, während die zugrundeliegende Nachfrage weiterhin hoch ist, wie die Zahl der Bewerbungen zeigt.
Aus kulturpolitischer Sicht ist die Kombination aus staatlicher Förderung und zivilgesellschaftlicher Programmarbeit ein übliches Modell, um gezielt Ressourcen für die Entwicklung von Führungskräften bereitzustellen. Ob solche Programme allein reichen, um die zugrunde liegenden strukturellen Barrieren nachhaltig zu verändern, bleibt eine offene Debatte innerhalb der Branche.
Das Mentoring steht damit symbolisch für einen Ansatz, der individuelle Förderung, kollektive Weiterbildung und politische Unterstützung verbindet – ein Weg, den der Deutsche Kulturrat mit der erneuten Durchführung der neunten Runde weiterverfolgt.