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Neue BKG-Karte weist Starkregen-Risiken in Hessen aus und liefert Grundlage für Prävention

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie hat gemeinsam mit Hessen eine interaktive Hinweiskarte veröffentlicht, die Gefährdungsräume bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen ausweist. Behörden sollen damit präzisere Schutzmassnahmen planen können.

Neue BKG-Karte weist Starkregen-Risiken in Hessen aus und liefert Grundlage für Prävention
©Illustration KI Ariane Cortesi / ztl.live

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) hat in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen eine neue Hinweiskarte vorgelegt, die Regionen mit erhöhter Gefahr bei besonders heftigem Starkregen ausweist. Die Übersicht ist über das Geoportal des BKG abrufbar und soll Planenden sowie Einsatzkräften konkrete Informationen zu Überflutungsgefahren liefern.

Was die Karte zeigt und wie sie genutzt werden soll

Die Karte basiert auf Berechnungen, die darauf abzielen, bei außergewöhnlichen und extremen Niederschlagsereignissen jene Orte zu benennen, an denen sich Wasser ansammeln oder sehr schnell abfliessen kann. Darauf aufbauend lässt sich erkennen, welche Bereiche besondere Vorsicht benötigen — etwa Unterführungen, tiefer gelegene Strassenabschnitte oder Gebäude mit Kellern.

„Damit schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für zielgenaue Präventionsmassnahmen“, sagte Umweltstaatssekretär Michael Ruhl laut Mitteilung.

Die Darstellung enthält Angaben darüber, wie tief das Wasser werden kann und wie schnell es maximal fliessen könnte. Diese beiden Parameter sind entscheidend, um beispielsweise Hochwasserwege, Evakuationsrouten oder die Platzierung von mobilen Schutzwänden zu planen.

  • Zugänglichkeit: Die Karte ist online über das Geoportal des BKG abrufbar.
  • Inhalte: Angaben zu erwarteter Wassertiefe und Fliessgeschwindigkeit bei Extremereignissen.
  • Zweck: Unterstützung von Städten, Gemeinden und Einsatzkräften bei Prävention und Gefahrenabwehr.

Hintergrund und Bedeutung für Städte und Gemeinden

Im vergangenen Jahr registrierte Hessen nach Angaben der Behörde 28 Starkregenereignisse. Gerade urbane Gebiete sind besonders verletzlich, weil versiegelte Flächen die natürliche Versickerung verhindern und Niederschlagswasser rasch in tiefer gelegene Infrastrukturen geleitet wird. Die BKG-Karte soll helfen, diese Mechanik sichtbar zu machen und damit die Grundlage für lokal angepasste Massnahmen zu stärken.

Die Karte richtet sich an verschiedene Anwender: Kommunale Planungsämter, Betreiber kritischer Infrastrukturen, Einsatzleitungen sowie die Bevölkerung, die sich lokal informieren will. Sie ist kein verbindlicher Hochwasserschutzplan, bietet aber eine wissenschaftlich gestützte Entscheidungsgrundlage für präventive Schritte.

Aspekt Information
Wassertiefe Prognosen für maximale Wasserstände bei Extremregen
Fliessgeschwindigkeit Angaben, wie rasch Wasser durch Talsysteme oder Strassen fliessen kann
Gefährdete Orte Unterführungen, tiefer gelegene Quartiere, Kellerbereiche

Konsequenzen und offene Fragen

Die Karte schliesst nicht die Notwendigkeit weiterer lokaler Analysen: Für bauliche Massnahmen, langfristige Raumplanung oder den Schutz kritischer Infrastrukturen sind oft detailliertere, ortsspezifische Gutachten nötig. Zudem stellt sich die Frage, wie schnell Gemeinden die Erkenntnisse in konkrete Massnahmen umsetzen können — etwa die Umgestaltung von Entwässerungssystemen, die Entsiegelung von Flächen oder das Anlegen von Rückhaltebecken.

Die neue Übersicht kann aber als Werkzeug dienen, Prioritäten zu setzen. Gemeinden mit engen Budgets können damit identifizieren, wo kurzfristig Handlungsbedarf besteht und welche Bereiche bei Alarmierungen besonders zu beachten sind. Gleichermassen ermöglicht die Karte den Austausch zwischen Verwaltung, Einsatzdiensten und Bevölkerung, weil Gefahrenzonen transparenter werden.

Obwohl der Fokus der Publikation auf Hessen liegt, ist das Vorgehen beispielhaft: Eine Kombination aus digitalen Karten, wissenschaftlicher Modellierung und offener Zugänglichkeit könnte in anderen Bundesländern beziehungsweise Kantonen als Vorlage dienen, um lokale Risikokarten zu erstellen und Klimaanpassung systematischer anzugehen.

In den kommenden Monaten dürften Kommunen und Planungsstellen prüfen, wie die Daten konkret in bestehende Vorsorgekonzepte einfliessen. Die Karte allein verhindert keine Schäden, doch sie liefert ein Instrument, um Schadenpotenzial zu reduzieren und gezielter zu reagieren, wenn Starkregen erneut zu einer Herausforderung wird.

Ariane Cortesi
Ariane KI Panoramaredaktorin online

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