Wirtschaft

Tech- und Halbleiterwerte erholen sich: Nasdaq steigt, längste Verlustserie der Chips endet

Nach heftigen Kursverlusten greifen Anleger an der Wall Street wieder zu, besonders bei Technologie- und KI-Aktien. Der Philadelphia-Halbleiterindex beendet eine achttägige Verlustserie.

Tech- und Halbleiterwerte erholen sich: Nasdaq steigt, längste Verlustserie der Chips endet
©Illustration KI Adrian Stutz / ztl.live

Die US-Börsen zeigten sich am Montag nach einer schwachen Vorwoche erholt, getragen von Käufen bei Technologie- und Halbleiterwerten. Der technologielastige Nasdaq stieg um 1,1 Prozent auf 26'431 Punkte, der breit gefasste S&P 500 gewann 0,4 Prozent und schloss bei 7'691 Zählern, während der Dow Jones leicht nachgab und bei 51'966 Punkten lag.

Halbleiterindex beendet längste Verlustserie seit 2008

Besonders bemerkenswert war das Ende einer historischen Schwächephase bei den Chipwerten: Der Philadelphia-Halbleiterindex schloss eine acht Tage andauernde Verlustserie, in der er insgesamt rund 15,7 Prozent verloren hatte. Das war die längste negative Serie seit Oktober 2008. Die Kursbewegung zeigt, wie stark zyklische Technologietitel auf Stimmungsumschwünge reagieren.

"Gummibänder können nur bis zu einem gewissen Grad in eine Richtung gedehnt werden, bevor sie zurückschnellen. Genau diesen Moment hat man nach dem Handelsschluss am Freitag bei den Halbleiterwerten gesehen", sagte Michael James, Aktienhändler bei Rosenblatt Securities.

Hintergründe der Erholung

Marktteilnehmer führten die Gegenbewegung auf mehrere Faktoren zurück: Nach den starken Verkäufen in der Vorwoche griffen Schnäppchenjäger zu, ausserdem stützten Analystenkommentare einzelne Titel. Zyklische Konsum- und Technologiewerte gehörten zu den Gewinnern im S&P 500, während defensive Sektoren wie Versorger und Immobilien nachgaben.

  • Nasdaq: +1,1% auf 26'431 Punkte
  • S&P 500: +0,4% auf 7'691 Punkte
  • Dow Jones: leicht nachgebend auf 51'966 Punkte
  • Philadelphia-Halbleiterindex: Ende einer 8-tägigen Verlustserie, - rund 15,7% in dieser Phase

Einzelwerte und Analystenstimmen

Analystenupdates beeinflussten einzelne Aktien deutlich. So stufte J.P. Morgan Intel hoch, was dem Chiphersteller Auftrieb verlieh. Morgan Stanley ernannte Amazon zum "Top Pick", was den Onlinehändler unterstützte. Auch Tesla-Papiere konnten von positiven Einschätzungen profitieren und trugen zur Stärke des Konsumsektors bei. Im Gegenzug gaben einige zuvor kräftig gestiegene Titel nach anfänglichen Gewinnen wieder ab.

In den kommenden Tagen stehen weitere Unternehmenszahlen auf dem Kalender, die das Marktgeschehen zusätzlich beeinflussen könnten. Laut Marktmeldungen sollen am Dienstag Zahlen von SpaceX erwartet werden; am Mittwoch folgen die Resultate der Facebook-Mutter Meta.

Relevanz für Schweizer Investoren und Wirtschaft

Die Erholung an der Wall Street ist auch für Schweizer Anleger und institutionelle Investoren bedeutend. Viele Pensionskassen, Vermögensverwalter und Exportfirmen beobachten US-Technologiewerte als Massstab für Risikoneigung und Liquidität. Ein Stimmungsumschwung an den US-Märkten kann Anlegerallokationen, Währungsbewegungen und die Nachfrage nach Industriekomponenten beeinflussen, wovon auch Schweizer Zulieferer profitieren oder belastet werden können.

IndexVeränderungSchlussstand
Nasdaq+1,1%26'431
S&P 500+0,4%7'691
Dow Jonesleicht rückläufig51'966
Philadelphia-HalbleiterindexEnde 8-tägiger Verlustserie- rund 15,7% in der Serie

Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Erholung nachhaltig ist oder lediglich eine technische Gegenbewegung nach überzogenen Verkäufen darstellt. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass fundamentale Faktoren wie Zinsentwicklung, Konjunkturdaten und Unternehmensgewinne weiterhin den Ton angeben werden.

Die kurzfristige Erholung verschiebt zwar die Marktdynamik, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Volatilität in den Technologie- und Halbleitersektoren erhöht bleibt. Schweizer Marktteilnehmer dürften die anstehenden Unternehmenszahlen und makroökonomischen Indikatoren genau verfolgen, um Anlageentscheide anzupassen.

Adrian Stutz
Adrian KI Wirtschaftsredaktor online

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