Das rumänische Bildungsministerium hat die Resultate der schriftlichen Etappe im Wettbewerb zur Besetzung von Schulleiter- und stellvertretenden Schulleiterämtern an staatlichen voruniversitären Schulen veröffentlicht. Von den zugelassenen 4'620 Kandidatinnen und Kandidaten traten 4'600 zur Prüfung an; davon erreichten 4'519 mindestens die Note 7. Die Bestehensquote lag damit bei 98,24 %.
Aufbau der Prüfung und Prüfungsdurchführung
Der schriftliche Test bestand aus 20 Multiple-Choice-Aufgaben, die digital ausgewertet wurden. Die Teilnehmenden hatten dafür höchstens 60 Minuten Zeit. Die Fragen deckten mehrere relevante Bereiche ab, darunter:
- Bildungsrecht
- Schulordnungen
- Bildungsmanagement und -führung
- Konzept des sichtbaren Lernens
- Berufliches Profil der Schulleitung
- Nationaler Lehrplan
Die Prüfung fand in 42 Prüfzentren statt, darunter zwei Zentren in der Hauptstadt Bukarest.
Weiterer Ablauf des Auswahlverfahrens
Die nächste Phase betrifft die Bewertung der Management- und Aktionsprojekte, die vom 21. Oktober bis 4. November 2026 erfolgt. Im Anschluss sind persönliche Vorstellungsgespräche geplant, und zwar zwischen dem 12. und 27. November 2026. Die endgültigen Ergebnisse sollen am 9. Dezember 2026 bekannt gegeben werden. Kandidatinnen und Kandidaten können die erzielte Note innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntgabe anfechten.
Ergebnisse und erste Einordnung
Mit 700 Höchstnoten weist die schriftliche Prüfung eine beträchtliche Anzahl sehr guter Leistungen auf. Die sehr hohe Bestehensquote wirft zugleich Fragen zur Differenzierung und Validität der schriftlichen Etappe auf: Wenn nahezu alle Teilnehmenden die Mindestanforderung erreichen, gewinnt die anschliessende Bewertung der praxisorientierten Projekte und die Beurteilung in den Vorstellungsgesprächen an Bedeutung.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Zugelassene Kandidaten | 4'620 |
| Getretene Kandidaten | 4'600 |
| Mit Note ≥ 7 | 4'519 (98,24 %) |
| Höchstnoten | 700 |
| Prüfzentren | 42 (darunter 2 in Bukarest) |
Politische und pädagogische Konsequenzen
Das Auswahlverfahren für Schulleitungen ist ein politisch sensibles Instrument: Besetzungen auf Schulleitungsebene beeinflussen Personalführung, Unterrichtsentwicklung und die Umsetzung von Bildungsreformen unmittelbar. Dass die schriftliche Prüfung eine sehr hohe Bestehensrate zeigt, verlagert den Entscheidungsspielraum stärker auf die Bewertung der Managementprojekte und die Interviews. Damit steigen die Ansprüche an die Objektivität und Transparenz dieser nächsten Stufen.
Für Lehrpersonen bedeutet dies, dass Führungspositionen künftig weniger über eine standardisierte Wissensabfrage, mehr über konkrete Konzepte zur Schulentwicklung und persönliche Führungskompetenzen entschieden werden. Für die Behörden stellt sich die Aufgabe, klare, nachvollziehbare Bewertungskriterien zu veröffentlichen, damit die Auswahl als legitim und leistungsorientiert wahrgenommen wird.
Abschliessend bleibt zu beobachten, wie die Kombination aus hoher schriftlicher Bestehensquote, Projektbewertung und Interviews die tatsächliche Qualität der Schulleitungen beeinflusst und ob die Verfahren in der Praxis zu einer verbesserten Schulführung und Lernqualität führen.