Rund 90 Personen besuchten am Samstagabend, 17. Oktober, die Vernissage der Ausstellung «50 Jahre Theatergruppe Isenthal» in der Turnhalle von Isenthal. Die Schau fasst die Entwicklung des Dorftheaters seit den 1970er-Jahren zusammen und macht deutlich, welche Rolle das Ensemble für das kulturelle Leben im Bergdorf spielt.
Ein Verein, viele Geschichten
Gemeindepräsidentin Andrea Gisler betonte in ihrer Begrüssung die Bedeutung des Vereinslebens für eine Berggemeinde. «Ein halbes Jahrhundert hat der Theaterverein mit 46 humorvollen Stücken – meist über die Weihnachts- und Neujahrszeit – unzählige Gäste ins Isenthal gelockt», sagte sie und unterstrich damit, wie fest das Theater im lokalen Jahresrhythmus verankert ist.
Ausstellungsmacher Bruno Imholz ergänzte die historischen Daten: Seit 1976 hätten die Vorstellungen insgesamt etwa 45'000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Die Zahl macht sichtbar, dass das Ensemble nicht nur für die Dorfbevölkerung, sondern auch für ein Publikum von ausserhalb eine Anziehungskraft besitzt.
Vernissage als lebendiges Erinnern
Die Eröffnungsfeier verband offizielle Anerkennung mit heiteren Elementen aus dem Bühnenschaffen. Vereinspräsident Peter Gasser sprach über die gute Zusammenarbeit zwischen Kulturkommission und Theatergruppe, als plötzlich ein verkleidetes Paar die Turnhalle betrat: Hildegard und Willi Aschwanden, seit den Anfängen in der Truppe, setzten sich theatralisch auf die Bühne und präsentierten in einem Sketch die Titel der bislang aufgeführten Stücke. Das Publikum reagierte mit grossem Beifall.
«Die Kulturkommission ist es wiederum gelungen, mit der Ausstellung das langjährige Wirken eines Vereins ins Licht zu rücken», sagte die Gemeindepräsidentin.
Anerkennung aus Politik und Kultur
Im anschliessenden, von Josef Schuler moderierten Gespräch lobten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kultur die Bedeutung des Laientheaters. Landratspräsident Pascal Arnold aus Flüelen sprach von einer eindrücklichen Vielfalt der Urner Kulturszene und gratulierte der Kulturkommission zur Präsentation.
Der Urner Kulturbeauftragte Ralph Aschwanden, der den Regierungsrat vertrat, hob hervor, wie Laienbühnen und semiprofessionelle Produktionen in Uri zusammenwirken. Er verwies zudem auf die Unterstützung durch die Albert Koechlin Stiftung, die die Urner Theaterlandschaft in den Jahren 2008, 2020 und 2024 gefördert habe; Beispiele seien die Dorftheater, das Projekt «Eigägwächs» und die Tellspiele.
Ausstellung: Rückblick und lokale Identität
Die Schau, die an der Chilbi zu sehen ist, ordnet Fotografien, Plakate und Textdokumente chronologisch und thematisch. Sie zeigt nicht nur Höhepunkte, sondern auch Krisenzeiten des Vereinslebens. Damit liefert die Präsentation Einblick in die organisatorischen Herausforderungen eines dauerhaften Laientheaters: von Besetzungsfragen über Zuschauerentwicklung bis zu Infrastrukturfragen.
Für viele Besucherinnen und Besucher diente die Ausstellung auch als kollektives Gedächtnis: Ausser den Auftritten fliessen Erinnerungen an Proben, Bühnenbilder und die soziale Funktion des Vereins mit ein. In kleinen Gesprächen nach der Vernissage wurde klar, dass die Theatergruppe für viele Isenthalerinnen und Isenthaler ein Ort des Miteinanders ist.
Was die Ausstellung zeigt
- Historische Plakate und Programmhefte der vergangenen fünf Jahrzehnte
- Fotos von Aufführungen, Proben und Bühnenbildern
- Berichte über Krisen und Wendepunkte im Vereinsleben
| Zeitraum | Angabe |
|---|---|
| Seit | 1976 |
| Anzahl aufgeführter Stücke | 46 |
| Besucherinnen und Besucher | Rund 45'000 |
Lokale Wirkung und Ausblick
Die Ausstellung ist mehr als Nostalgie: Sie ermöglicht eine Standortbestimmung für das kulturelle Leben in Isenthal und zeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den dörflichen Alltag bleibt. Die Anerkennung aus kantonalen Institutionen bestätigt, dass lokale Kulturprojekte auch ausserhalb der Gemeinde Aufmerksamkeit finden und Unterstützung erhalten können.
Ob die Theatergruppe ihre Arbeit in gleicher Form weiterführen wird, bleibt eine Frage der nächsten Jahre: die Ausstellung kann jedoch neue Impulse geben, etwa für Kooperationen, Nachwuchsarbeit oder infrastrukturelle Investitionen. Für das Publikum bot die Vernissage bereits einen eindrücklichen Abend, der Theatertradition, Humor und Gemeinschaft ins Zentrum stellte.
Die Jubiläumsausstellung ist an der Chilbi zu sehen; nähere Angaben zu Öffnungszeiten und Führungen sind über die Gemeinde Isenthal erhältlich.