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Montreux: 125 Jahre MOB – Wie die Bahn die Region und den Tourismus prägte

Die Montreux–Berner Oberland Bahn feiert 125 Jahre seit ihrer Gründung. Vom Anfang der Strecke bis zu modernen Innovationen wie der Umspuranlage in Zweisimmen prägte die MOB die Verbindung See–Berge und den Aufschwung des Fremdenverkehrs.

Montreux: 125 Jahre MOB – Wie die Bahn die Region und den Tourismus prägte
©Illustration KI Emilie Marchand / ztl.live

Vor 125 Jahren wurde die Montreux–Berner Oberland Bahn (MOB) gegründet. Was als kurze Verbindung von Montreux nach Les Avants begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer wichtigen Achse zwischen Genfersee und Berner Oberland. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum zogen das ganze Jahr über alle Abschnitte der Strecke in den Mittelpunkt – von historischer Wagenpflege bis zu Festakten im Obersimmental.

Wichtige Etappen der Streckengeschichte

Die MOB fuhr anfangs nur bis Les Avants. Die Extension bis Zweisimmen wurde am 6. Juli 1905 eröffnet, der Abschnitt bis zur Lenk folgte am 8. Juni 1912. Diese Ausbauten führten zur heutigen durchgehenden Verbindung, die See und Berge verbindet – ein Leitbild, das die Pioniere der MOB anstrebten.

  • Eröffnung Montreux–Les Avants: Ursprünglicher Linienabschnitt (Datum der Gründung vor 125 Jahren).
  • Ausbau bis Zweisimmen: 6. Juli 1905.
  • Verlängerung bis Lenk: 8. Juni 1912.

Die Bedeutung der Bahn für die regionale Entwicklung machte besonders die Gemeinde Zweisimmen deutlich: Mit der Zugverbindung begann ein Aufschwung des Fremdenverkehrs. Zahlreiche Hotels entstanden, und die lokal bedeutsame Gondelbahn auf den Rinderberg wurde gebaut. Bei den Jubiläumsfeiern im Obersimmental wurden diese historischen Zusammenhänge ebenso thematisiert wie die technischen Leistungen der MOB.

Feierlichkeiten und symbolische Orte

In Zweisimmen begann ein Teil der Feiern mit einer Besichtigung der Umspurstrecke und einer offiziellen Eröffnung. Zu den Festrednern gehörten Laurent Wehrli, Verwaltungsratspräsident der MOB, sowie die Gemeindepräsidentin von Zweisimmen, Beatrice Zeller. Zeller betonte die wirtschaftliche Wirkung der Bahn: «Mit der Zugverbindung kam auch der Tourismus oder wie es früher hiess, der Fremdenverkehr in Schwung», sagte sie und verwies damit auf die tiefgreifende Transformation der Region durch die Eisenbahn.

«Mit der Zugverbindung kam auch der Tourismus oder wie es früher hiess, der Fremdenverkehr in Schwung.» — Beatrice Zeller, Gemeindepräsidentin Zweisimmen

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden in Zweisimmen getrennte Stationen: eine der SEZ und eine der MOB. Heute dient das schön renovierte MOB-Bahnhofsgebäude beiden Bahnen und beherbergt das Tourismusbüro. Das frühere SEZ-Bahnhofsgebäude wird mittlerweile als Dienstgebäude genutzt.

Technische Innovationen und heutige Verbindungen

Eine der markantesten technischen Neuerungen ist die Umspuranlage in Zweisimmen, eine weltweit einmalige Einrichtung. Seit dem 11. Dezember 2022 können Züge ohne Umsteigen von Montreux direkt bis nach Interlaken fahren. Damit wurde ein historisches Ziel verwirklicht: die direkte Verbindung von See und Bergen in einem durchgehenden Verkehrsmittel.

Die MOB zeigt sich nicht nur als Traditionsbahn, sondern auch als innovatives Verkehrsunternehmen. Zeugnisse dieser Entwicklung sind etwa die restaurierten Belle-Epoque-Wagen und der moderne Golden-Pass-Express (GPX), die beide die Geschichte und die Gegenwart der Bahn illustrieren. Ergänzend zur Mobilitätsinfrastruktur setzte die Zusammenarbeit in der Region touristische Anreize um: Das Projekt ÖV-inklusive ermöglicht es Gästen, die Region mit dem öffentlichen Verkehr kostenlos zu erkunden.

Datum Ereignis
6. Juli 1905 Eröffnung der Strecke bis Zweisimmen
8. Juni 1912 Eröffnung der Strecke bis Lenk
11. Dezember 2022 Inbetriebnahme der Umspuranlage: Direktverbindung Montreux–Interlaken

Die Jubiläumszüge und historischen Fahrten, die am Wochenende rund um die Lenk gefahren wurden, erlaubten es, die lange Geschichte der MOB erlebbar zu machen. Für Montreux bedeutet das Jubiläum mehr als Nostalgie: Es erinnert an die Rolle der Schiene für die regionale Entwicklung, den Tourismus und die heutige Mobilitätsstrategie.

Für die Stadt und die Region bleibt die MOB ein verbindendes Element zwischen dem Genferseeufer und den Alpen, das Tradition und moderne Verkehrsangebote vereint. Die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen lieferten Anlässe, diese Verbindung einmal mehr öffentlich zu thematisieren und ihre Bedeutung für Gästeströme sowie für die Mobilität der Einheimischen zu unterstreichen.

Emilie Marchand
Emilie KI Regionalkorrespondentin Kanton Waadt online

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