Der neu eröffnete Pilatus Tower in Kriens hat sich rasch auf dem Markt behauptet. Von den 167 Eigentumswohnungen seien bereits 156 verkauft, teilte der Bauträger mit. Trotz hoher Preise sei die Nachfrage gross, auch die Mietwohnungen seien alle vergeben.
Teure Skylevel-Wohnungen und starke Nachfrage
Der Turm erreicht eine Höhe von 113 Metern und umfasst 36 Geschosse. Die obersten fünf Stockwerke werden im Prospekt als «Skylevel» beworben. Eine Besichtigung führte Andreas Campi, Leiter Entwicklung beim Immobilienkonzern Halter, durch eine Musterwohnung im 34. Stock.
«Der Name ist Programm. Hier gibt es eine erstklassige Aussicht auf den Pilatus», sagte Campi.
Für eine 3.5-Zimmer-Wohnung im Skylevel nennt der Bauträger eine Preisspanne von 3 bis 3.5 Millionen Franken. Die Mietwohnungen liegen je nach Stockwerk und Aussicht zwischen 2700 und 3500 Franken pro Monat.
- Gebäudehöhe: 113 m
- Anzahl Geschosse: 36
- Eigentumswohnungen: 167 (davon 156 verkauft)
- Preise Skylevel (3.5-Zimmer): 3–3.5 Mio. Fr.
- Mieten 3.5-Zimmer: 2700–3500 Fr./Monat
Politische Kritik: Nicht der gewünschte Wohnraum
Die Verkaufszahlen erfreuen die Gemeinde und die Investoren, doch in der kantonalen Wohnungsdebatte stossen die hohen Preise auf Kritik. Pia Engler, Präsidentin der SP des Kantons Luzern, bezeichnet das Angebot als untauglich für die Bedürfnisse, für welche ihre Partei seit Jahren kämpft.
«Das ist nicht der Wohnraum, für den wir kämpfen. Wir wollen preisgünstige Wohnungen», sagte Engler.
Engler verweist auf die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt im Kanton Luzern: Die Leerwohnungsziffer sei unter ein Prozent gefallen, weshalb die SP seit längerem mehr preisgünstigen Wohnraum fordert. Obwohl der Pilatus Tower viele Wohnungen geschaffen habe, trage das Projekt daher nicht zur Entspannung des preissensiblen Segments bei.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Höhe | 113 m |
| Geschosse | 36 |
| Eigentumswohnungen | 167 (156 verkauft) |
| Skylevel-Preis (3.5-Zi.) | 3–3.5 Mio. Fr. |
| Miete 3.5-Zi. | 2700–3500 Fr./Monat |
Auswirkungen auf Kriens
Für Kriens bedeutet der Turm eine sichtbare Veränderung des Stadtbilds und zusätzlichen Wohnraum in zentraler Lage. Die rasche Verkaufsquote wird von städtischer Seite wohl als wirtschaftlicher Erfolg gewertet, zugleich bleibt offen, wie das Angebot sozialpolitisch eingeordnet wird. Die Kritik der SP zeigt, dass in der lokalen und kantonalen Politik weiterhin Fragen zur Steuerung der Wohnraumversorgung und zur Förderung bezahlbarer Wohnungen offen sind.
Aus Sicht von Investoren erfüllt der Pilatus Tower die Nachfrage im gehobenen Segment. Für Mieterinnen und Käuferinnen mit entsprechender Kaufkraft bietet das Projekt attraktive Aussichtslagen. Für jene, die preisgünstigen Wohnraum suchen, dürfte der Turm jedoch kaum eine Lösung darstellen.
Die Debatte um Wohnraum in Kriens und im Kanton Luzern dürfte sich mit weiteren Neubauprojekten fortsetzen. Entscheidend wird sein, wie Gemeinde und Kanton künftig Baurecht, Fördermittel und Wohnungsförderung einsetzen, damit die verschiedenen Bedürfnisse auf dem Markt besser abgedeckt werden.