Gemeindepolitik und lokale Identität
In Uster bringt eine formale Anfrage des BPU-Gemeinderats die Benennung des traditionellen Jahrmarkts zurück ins Zentrum der Diskussion. Paul Stopper fordert mit seinem Vorstoss, dass die Stadtverwaltung die ursprüngliche Bezeichnung «Ustermer Märt» wieder offiziell verwendet. Der Markt findet gemäss Stopper jeweils am letzten Donnerstag und Freitag im November statt und ist ein fest verankerter Anlass in der lokalen Kultur.
Historische Argumente und persönliche Erinnerung
Stopper stützt seine Forderung auf persönliche Erinnerungen und historische Belege. Er schreibt, dass der Markt in seiner Jugend als «Ustermer Märt» oder «Uschtermer Märt» bezeichnet worden sei und dass in der Schule besonders auf diese Form hingewiesen worden sei. Als historischen Beleg zitiert er das 1964 erschienene Werk «Geschichte von Uster» von Paul Kläui, in dem vom «Ustermer Markt» die Rede sei. Weitere lokale Belege für die Verwendung der Endung «-mer» nennt Stopper mit Beispielen wie dem «Ustermer Chlausumzug» und dem früheren Mitteilungsblatt des Turnvereins, «Der Ustermer Turner».
«Wir waren immer stolz auf das ‹Uschtermer› und nicht einfach auf ‹Uster›.»
Fragestellungen an den Stadtrat
In seiner Anfrage stellt Stopper dem Stadtrat zwei konkrete Fragen:
- Ist der Stadtrat bereit, dem Markt wieder offiziell den Namen «Ustermer Märt» zu geben und sämtliche städtischen Publikationen entsprechend anzupassen?
- Falls ja, ab welchem Zeitpunkt könnte eine solche Umstellung umgesetzt werden?
Die Fragen zielen sowohl auf eine symbolische Rückkehr zur lokalen Tradition als auch auf praktische Folgen für Kommunikationsmittel der Stadt.
Abwägung zwischen Tradition und Praktikabilität
Die Debatte berührt zwei Ebenen: einerseits Identität und historisches Bewusstsein, andererseits die Effizienz und Kohärenz der städtischen Kommunikation. Stopper selbst räumt ein, dass nicht alle lokalen Bezeichnungen die Form mit «-mer» tragen; Beispiele hierfür sind «Ustertag», «Usterbrand», «Uschter Öpfel» oder «UsterBräu». Dies zeigt, dass die Sprachlandschaft in Uster uneinheitlich ist und dass Entscheidungen über offizielle Namen nicht nur sprachlich, sondern auch administrativ zu prüfen sind.
Mögliche Konsequenzen für die Stadtverwaltung
Würde der Stadtrat der Forderung Folge leisten, hätte dies konkrete Folgen: Anpassungen in gedruckten und digitalen Publikationen, Kommunikationsvorlagen, Veranstaltungsankündigungen und möglicherweise auch in Beschilderungen. Solche Änderungen verursachen Aufwand und Kosten, die Gegenstand der weiteren Prüfung durch den Stadtrat sein dürften. Gleichzeitig wäre eine offizielle Rückkehr zu «Ustermer Märt» ein klares Bekenntnis zur lokalen Tradition und Sprachidentität.
Was Ustererinnen und Usterer erwartet
Konkrete nächste Schritte sind im Moment noch offen. Der Stadtrat wird die Anfrage formell beantworten müssen; darin wird erwartet, dass er sowohl historische Erwägungen als auch administrative Auswirkungen abwägt. Für die Bevölkerung bleibt die Frage, ob ein Name, der für viele Erinnerungen und lokale Identität steht, künftig wieder in offiziellen Dokumenten und Mitteilungen erscheint.
| Begriff | Beleg / Erwähnung |
|---|---|
| Ustermer Märt | Gefordert in der Anfrage von Paul Stopper; historisch in «Geschichte von Uster» (1964) genannt |
| Uster Märt | Aktuelle Bezeichnung in städtischen Publikationen (laut Stopper) |
| Weitere lokale Formen | «Ustertag», «Usterbrand», «Uschter Öpfel», «UsterBräu» (als Gegenbeispiele) |