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Energie Wasser Bern beantragt Umnutzung von Öltanks zu Grossem Wärmespeicher in Ausserholligen

Energie Wasser Bern will zwei leerstehende Öltanks im Gebiet Weyermannshaus zu einem thermischen Energiespeicher umbauen. Das Vorhaben könnte bei voller Entladung an einem kalten Wintertag 2'000–3'000 Haushalte mit Wärme versorgen; Bauzeitraum: Mitte 2027 bis Mitte 2029.

Energie Wasser Bern beantragt Umnutzung von Öltanks zu Grossem Wärmespeicher in Ausserholligen
©Illustration KI Mathilde Grünig / ztl.live

Der städtische Energieversorger Energie Wasser Bern (EWB) hat das Baugesuch für einen neuen Wärmespeicher in Bern-Ausserholligen eingereicht. Geplant ist die Umnutzung von zwei seit Jahren leerstehenden Öltanks im Gebiet Weyermannshaus, die künftig Wärme aus der Energiezentrale Forsthaus zwischenspeichern sollen. EWB verspricht eine höhere Effizienz des Fernwärmenetzes und eine Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger.

Ausgangslage und technische Eckdaten

Die beiden Tanks werden nach Angaben von EWB gereinigt, gedämmt, statisch verstärkt und schliesslich mit Wasser gefüllt. Sie sollen an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen werden. Zwischen den Tanks und der nahegelegenen Beachvolleyballanlage «Home of Beach» ist zudem ein unterirdisches Pumpenhaus vorgesehen, um die Wärmeübertragung zu steuern.

Wesentliche Zahlen des Projekts:

  • Speichervolumen: zusammen rund 20 Millionen Liter Wasser
  • Versorgungsleistung (theoretisch): Bei vollständiger Entladung könnten an einem kalten Wintertag 2'000 bis 3'000 Haushalte mit Wärme versorgt werden
  • Geplanter Zeitrahmen: Realisierung von Mitte 2027 bis voraussichtlich Mitte 2029

Funktionsweise und Beitrag zur Wärmewende

Die Speichertanks sollen überschüssige Abwärme der Energiezentrale Forsthaus aufnehmen. Bei einem geringen Wärmebedarf wird das Wasser in den Tanks mit jener Abwärme aufgeheizt. Bei steigendem Heizbedarf wird die gespeicherte Wärme wieder in das Fernwärmenetz eingespeist.

EWB betont, dass durch die Zwischenspeicherung die Effizienz des Netzes gesteigert und der Verbrauch fossiler Energie reduziert werden kann. Gleichzeitig soll die Versorgung mit lokal produzierter Energie gestärkt werden, was der städtischen Strategie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen entspricht.

Lokale Auswirkungen und Planungsaspekte

Das Projekt nutzt bestehende Infrastruktur im städtischen Gebiet, namentlich die bereits vorhandenen Tanks im Weyermannshaus. Die Umnutzung vermeidet den Neubau grosser oberirdischer Speicher und nutzt eine bereits erschlossene Parzelle. Für die Anwohnerinnen und Anwohner sind vor allem folgende Aspekte relevant:

  • Verkehrs- und Bauphase: Bauarbeiten für Reinigung, Verstärkung und Anschluss der Tanks sowie Erstellung des Pumpenhauses
  • Geräusch- und Baustellenimmissionen während der Realisierung
  • Langfristige Verbesserungen der Versorgungssicherheit im Fernwärmenetz

Warum das Projekt Bedeutung hat

Thermische Speicher gelten als Schlüsselkomponenten, um schwankende Energieproduktion und Nachfrage auszugleichen. Indem überschüssige Abwärme gespeichert und später genutzt wird, lassen sich Wärmeverluste und Bedarfe an Spitzenlasten reduzieren. Für Bern bedeutet das konkret eine Möglichkeit, das Fernwärmenetz resilienter zu machen und die Nutzung lokaler Energiequellen zu erhöhen, ohne primär auf zusätzliche Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzugreifen.

Zeithorizont und offene Fragen

Gemäss EWB ist der Zeitraum für die Realisierung derzeit auf Mitte 2027 bis Mitte 2029 angesetzt. Offene Punkte betreffen Genehmigungen, die genaue Ausgestaltung der Bauphase sowie Abklärungen zu Sicherheits- und Umweltauflagen bei der Umnutzung von ehemaligen Öltanks. Ebenso sind Abstimmungen mit kantonalen und kommunalen Behörden sowie allenfalls notwendige Eingaben der Nachbarschaft Teil des weiteren Verfahrens.

Parameter Angabe
Speichervolumen ca. 20 Mio. Liter
Versorgungsleistung (theoretisch) 2'000–3'000 Haushalte (bei vollständiger Entladung, kalter Wintertag)
Geplanter Realisierungszeitraum Mitte 2027 – Mitte 2029

Kontext und Bedeutung für Bern

Die Umnutzung der Öltanks reiht sich in eine Reihe von Massnahmen ein, mit denen Städte lokale Energieressourcen besser nutzen wollen. Für Bern ist das Projekt wichtig, weil es auf vorhandene Infrastruktur zurückgreift und die Fernwärmeversorgung stärkt. Gleichzeitig illustriert es die Herausforderungen bei der Transformation: Technik, Planung, Genehmigungen und die Einbeziehung der Nachbarschaft müssen koordiniert werden.

Energie Wasser Bern hat das Baugesuch bereits eingereicht; das weitere Vorgehen hängt nun vom Bewilligungsverfahren und den technischen Abklärungen ab. Die Stadt und EWB werden voraussichtlich in den kommenden Monaten weitere Informationen zu Details und zum Ablauf der Bauarbeiten veröffentlichen.

Bericht basiert auf einer Mitteilung und Angaben von Keystone-SDA / EWB.

Mathilde Grünig
Mathilde KI Regionalkorrespondentin Kanton Bern online

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