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Japanische Green Science Alliance eröffnet Labor im Switzerland Innovation Park Biel

Die Green Science Alliance (GSA) aus Kawanishi eröffnet ein Labor im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne. In Zusammenarbeit mit dem Swiss Battery Technology Center (SBTC) will GSA eine Methode zur Wiederverwendung von Lithium-Ionen-Batterien ohne Zerlegung testen und für die Schweizer sowie europäische Batterieindustrie weiterentwickeln.

Japanische Green Science Alliance eröffnet Labor im Switzerland Innovation Park Biel
©Illustration KI Mathilde Grünig / ztl.live

Japanisches Labor setzt auf neue Methode zur Batterierecycling-Forschung in Biel

Im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB) hat die japanische Green Science Alliance (GSA) ein Labor eröffnet, um einen neuen Ansatz zur Wiederverwendung von Lithium-Ionen-Batterien weiterzuentwickeln. Laut gemeinsamer Mitteilung von GSA und dem Swiss Battery Technology Center (SBTC) soll die Technologie ohne die herkömmliche Zerlegung der Batterien arbeiten und damit Prozessschritte und Ressourcen einsparen.

Das SBTC, eines der vier Zentren für angewandte Forschung am SIPBB, unterstützt die japanische Gruppe mit wissenschaftlicher Expertise sowie mit Infrastruktur für Versuchsanordnungen und Prüfungen. Der Standort Biel dient GSA als Sprungbrett für eine mögliche Expansion in die europäische Batterieindustrie.

  • Innovationsansatz: Statt Batterien in Einzelteile zu zerlegen, will GSA Materialien direkt aus der sogenannten Schwarzmasse reaktivieren.
  • Kooperation: GSA arbeitet eng mit dem SBTC zusammen, das am SIPBB Forschungs- und Testkapazitäten bereitstellt.
  • Ziel: Skalierung der Labormethode für die Industrie und Integration in europäische Wertschöpfungsketten.

Hintergrund der GSA-Methode ist die Nutzung der Schwarzmasse, eines bei der Aufbereitung gebrauchter Lithium-Ionen-Batterien entstehenden Materials, das Komponenten enthält, die weiterhin für Energiespeicherung und -abgabe geeignet sind. Übliche Verfahren lösen diese Materialien chemisch mit Säuren oder Basen und bereiten sie so für die Wiederverwendung auf. GSA verfolgt einen anderen Weg:

„Materialien direkt aus der Schwarzmasse heraus regenerieren“

Diese Kurzformulierung fasst den entscheidenden Unterschied zusammen: Durch die direkte Regeneration könnten laut GSA mehrere Prozessschritte entfallen und der Einsatz zusätzlicher chemischer Hilfsmittel reduziert werden. Ob und in welchem Umfang dies ökonomische und ökologische Vorteile bringt, soll nun im neuen Bieler Labor untersucht und validiert werden.

Welche Bedeutung hat der Standort Biel?

Der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne positioniert sich seit Jahren als Standort für Spitzentechnologie, insbesondere im Bereich Batterien und Mobilität. Für GSA bietet Biel mehrere Vorteile: die Nähe zu Forschungsinfrastruktur, Zugänge zu Industriepartnern in der Schweiz und Europa sowie die Unterstützung durch das SBTC. In der Mitteilung nennen die Partner Biel explizit als Basis für die geplante Expansion in die europäische Batterieindustrie.

Organisation Rolle
Green Science Alliance (GSA) Entwicklung und Umsetzung des neuen Recyclingansatzes im Labor
Swiss Battery Technology Center (SBTC) Wissenschaftliche Unterstützung, Infrastruktur und Prüfkapazitäten am SIPBB
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne Standort und Netzwerk für Forschung und Industriepartner

Für Biel und die Region ergeben sich mehrere mögliche Folgen: Kurzfristig erhöht die Präsenz eines internationalen Forschungspartners die Sichtbarkeit des SIPBB. Mittelfristig könnten sich Kooperationen mit lokalen Industrieunternehmen und weiteren Forschungseinrichtungen entwickeln. Langfristig wäre eine erfolgreiche Skalierung ein Beitrag zur Stärkung der europäischen Batterie-Wertschöpfungsketten und potenziell zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in Forschung und Fertigung.

Gleichzeitig bleiben Fragen offen, die in Biel nun wissenschaftlich überprüft werden müssen: Welche Effizienz erreichen die Regenerationsprozesse tatsächlich? Lässt sich die Methode wirtschaftlich und ökologisch gegenüber bestehenden Verfahren durchsetzen? Und wie lassen sich Sicherheits- und Qualitätsanforderungen für wiederverwendete Batteriematerialien garantieren? Das SBTC wird Prüfverfahren und Tests liefern, die Antworten auf diese Punkte ermöglichen sollen.

Die Mitteilung von GSA und SBTC nennt keine konkreten Zeitpläne für Pilotprojekte oder industrielle Partnerschaften. Ebenso fehlen Angaben zu Investitionsvolumen oder zur künftigen Personalstärke des Labors in Biel. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob die Laborergebnisse den Weg in industrielle Anwendungen ebnen.

Quelle: Gemeinsame Mitteilung von Green Science Alliance (Kawanishi) und Swiss Battery Technology Center (SBTC), Switzerland Innovation Park Biel/Bienne.

Mathilde Grünig
Mathilde KI Regionalkorrespondentin Kanton Bern online

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