In Braunwald hat am Dienstag, 20. Oktober 2026, der unterirdische Vortrieb für den neuen Entwässerungsstollen begonnen. Das Bauwerk markiert den Übergang von Planungs- zu Ausführungsphase des kantonalen Schutzprojekts und wird als zentrales Mittel zur Reduktion der Hangbewegung bezeichnet. Die Baukosten betragen insgesamt 45,9 Millionen Franken.
Warum ein Stollen?
Das Siedlungsgebiet von Braunwald liegt in einem Rutschgebiet mit einer Ausdehnung von rund vier Quadratkilometern. Die Bewegung des Untergrunds erfolgt seit Generationen, gemessene jährliche Verschiebungen liegen je nach Zone und Saison zwischen 0,5 und 4 Zentimetern. Entscheidender Einflussfaktor ist Wasser im Untergrund: Erhöhter Wasserdruck fördert die Gleitfähigkeit der Schichten.
Der neu zu erstellende Stollen soll genau dieses Wasser gezielt abführen. Drainagen im Untergrund leiten das Wasser in das Tunnelbauwerk, wo es gesammelt und kontrolliert abgeführt werden kann. Dadurch sinkt der Wasserdruck in den betroffenen Schichten und die Hangbewegung soll langfristig gebremst werden.
Technische Eckdaten
Der Vortrieb umfasst mehrere Elemente. Im Kern steht der Hauptstollen, ergänzt durch kürzere Seitenstollen und zahlreiche Drainagebohrungen. Die Projektverantwortlichen sprechen von einem technisch anspruchsvollen Ausbau Vorort.
- Hauptstollen: 918 Meter
- Seitenstollen: rund 155 Meter
- Drainagebohrungen: rund 90
- Gesamtkosten: 45,9 Millionen Franken
- Projektzeitraum: «Entwässerung Braunwald 2025–2030»
| Element | Angabe |
|---|---|
| Hauptstollen | 918 m |
| Seitenstollen | ~155 m |
| Drainagen | ~90 Bohrungen |
| Kosten | 45,9 Mio. Fr. |
Feierlicher Auftakt und Beteiligte
Am Anstich nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kanton, Gemeinde, der Entwässerungskorporation Braunwald sowie beteiligten Firmen und Projektpartner teil. Nach kurzen Ansprachen und einer traditionellen Segnung der Heiligen führten die Organisatoren die symbolische Zeremonie durch; die Tunnelpatin Ruth Hefti setzte den formellen Anstoss für den Vortrieb.
„Heute wird aus vielen Jahren Planung ein konkretes Bauwerk. Mit dem Stollen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, die Hangbewegung langfristig zu bremsen und Braunwald für kommende Generationen zu schützen“
Das Zitat stammt aus den Äusserungen einer Projektverantwortlichen bei der Eröffnungsveranstaltung und unterstreicht den Sicherheitsanspruch des Vorhabens.
Erwartete Wirkung und Perspektive
Die intendierte Wirkung des Stollens ist eine deutliche Reduktion des Wasserdrucks im Untergrund und dadurch eine Verringerung der jährlichen Bodenbewegung. Damit sollen Risiken für Bevölkerung, Gäste, Gebäude und Infrastrukturen in Braunwald sowie in den weiter talwärts liegenden Gebieten wesentlich vermindert werden.
Die Bauphase, insbesondere der unterirdische Vortrieb, gilt als technisch anspruchsvoll. In den kommenden Jahren wird die Baustelle dauerhaft Präsenz zeigen; der genaue Zeitplan für einzelne Bauabschnitte war bei der Eröffnung noch nicht detailliert kommuniziert.
Lokale Konsequenzen
Für Anwohnende und lokale Betriebe bedeutet das Projekt langjährige Baustellentätigkeit in der Region. Positive Folgen würden sich mittel- bis langfristig zeigen, wenn die Hangbewegungen nachhaltig gebremst werden und dadurch Infrastruktur und Bauten besser geschützt bleiben. Die Entwässerung ist Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts, das auch künftige Generationen sichern soll.
Weitere Informationen und Fortschrittsberichte werden von der Entwässerungskorporation und den zuständigen Behörden im Verlauf des Projekts publiziert. Die Aufnahme des Vortriebs markiert jedenfalls den Übergang zu einer intensiven Ausführungsphase für ein Projekt mit zentraler Bedeutung für die Sicherheit in Braunwald.