Das DFN‑CERT warnt vor zwei neu entdeckten Schwachstellen im Linux‑Kernel, durch die Angreifer sowohl einen Denial‑of‑Service (DoS) aus der Ferne herbeiführen als auch lokal beliebigen Programmcode ausführen können. Betroffen sind unter anderem mehrere Varianten der SUSE Linux Enterprise Produkte; für diese stehen bereits Sicherheitsupdates beziehungsweise ein Live Patch bereit.
Was ist bekannt
Die Sicherheitsmeldung (Advisory) wurde vom DFN‑CERT veröffentlicht. Dort heißt es, dass die beiden Schwachstellen unterschiedliche Privilegienstufen für eine Ausnutzung erfordern: Eine Lücke erlaubt Remote‑DoS‑Angriffe, die andere ermöglicht lokale Codeausführung. Genauere technische Details nennt das Advisory nicht in der zusammenfassenden Mitteilung; die Referenz zum vollständigen Eintrag ist im DFN‑CERT‑Schwachstellenarchiv hinterlegt.
„Ein Angreifer kann eine Schwachstelle aus der Ferne ausnutzen, um einen Denial‑of‑Service (DoS)‑Angriff durchzuführen.“
Welche Produkte sind adressiert
Das Advisory nennt konkrete SUSE‑Produkte, für die bereits Updates veröffentlicht wurden. Betroffen sind unter anderem:
- SUSE Linux Enterprise Live Patching 15 SP7
- SUSE Linux Enterprise Real Time 15 SP7
- SUSE Linux Enterprise Server 15 SP7
- SUSE Linux Enterprise Server for SAP Applications 15 SP7
Für diese Versionen steht der Live Patch 19 for SUSE Linux Enterprise 15 SP7 zur Behebung der beiden Schwachstellen bereit; für weitere Distributionen und Kernel‑Varianten verweist das DFN‑CERT auf die jeweiligen Herstellerupdates.
| Betroffene Produkte | Verfügbares Update |
|---|---|
| SUSE Live Patching 15 SP7 | Live Patch 19 (Kernel 6.4.0‑150700.7.72 RT) |
| SUSE Real Time 15 SP7 / Server 15 SP7 / Server for SAP 15 SP7 | Live Patch 19 |
Konsequenzen und Empfehlungen
Die Kombination aus Remote‑DoS und lokaler Codeausführung erhöht das Risiko für Server und Systeme, die auf den betroffenen Kernel‑Versionen laufen. Insbesondere Systeme mit Netzwerkdiensten, die aus dem Internet erreichbar sind, sowie gemeinsam genutzte Server sollten rasch geprüft und gepatcht werden.
Systembetreibern empfiehlt das DFN‑CERT und damit auch unsere Redaktion folgende Schritte:
- Prüfen Sie Ihre eingesetzten Distributionen und Kernelversionen auf Betroffenheit.
- Priorisieren Sie Systeme mit öffentlicher Erreichbarkeit und privilegierten Nutzern.
- Installieren Sie verfügbare Sicherheitsupdates oder Live Patches umgehend.
- Überwachen Sie nach dem Update Logfiles und Systemverhalten auf Anomalien.
- Sichern Sie vor Updates Ihre Konfigurationen und erstellen Sie Backups.
Quellen und Weiteres
Die Warnung stammt vom DFN‑CERT Incident Response Team. Das Advisory ist ebenfalls im DFN‑CERT Schwachstellenarchiv gelistet (Referenz im Advisory). In der Mitteilung werden Systemverantwortliche ausdrücklich gebeten, auf die verfügbaren Sicherheitsupdates zurückzugreifen und die Informationen weiterzugeben.
Für Betreiber von Linux‑Systemen gilt weiterhin: Regelmässige Aktualisierungen und das schnelle Einspielen von Sicherheitsfixes sind die wirksamsten Maßnahmen gegen Ausnutzung bekannter Schwachstellen. Wenn Sie unsicher sind, welche Kernel‑Version auf Ihren Servern läuft oder wie Sie Live Patches einspielen, empfiehlt es sich, die Systemdokumentation des Herstellers (SUSE, andere Distributionen) zu konsultieren oder die IT‑Sicherheitsverantwortlichen in Ihrem Betrieb einzubinden.
Weitere Details und technische Hintergrundinformationen finden Sie im vollständigen Advisory des DFN‑CERT.