Weniger Direktverbindungen ab Winterfahrplan
Ab dem 13. Dezember 2026 werden die meisten Railjet-Züge nicht mehr in Jenbach halten. Die Änderung gilt bis Ende 2028 und betrifft die Verbindungen zwischen Wien und Bregenz, wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bestätigen. Für Fahrgäste vor Ort bedeutet das: Tagsüber kein stündlicher oder zweistündlicher Direkt-Railjet mehr von und nach Wien, sondern nur mehr vereinzelte Halte in den Randzeiten.
Offizielle Begründung: Bauarbeiten in Völs, nicht die Unterinntaltrasse
Unmittelbar in der Gemeinde sorgt die Maßnahme für Unruhe. Der Jenbacher Bürgermeister hat die Entscheidung kritisiert und darauf hingewiesen, dass der Bahnhof Jenbach als einer der wichtigsten Knoten im Unterinntal nicht an Bedeutung verlieren dürfe. Die ÖBB-Pressestelle erklärt dazu, dass die Ursache nicht — wie in Teilen befürchtet — die neue Unterinntaltrasse mit ihren Tunneln sei, sondern Bauarbeiten am Bahnhof Völs. Diese Bauarbeiten führen dort zu verlangsamten Fahrten, weshalb die Railjet-Züge den Halt in Jenbach vorübergehend auslassen, um den Fahrplan insgesamt einhalten zu können.
Welche Verbindungen bleiben erhalten?
Die ÖBB nennt konkrete Zughalte in Jenbach an den Tagesrändern. Folgende Railjet-Halte bleiben bestehen:
- Morgens: 05:27, 06:27 und 07:31 (Richtung Wien)
- Abends: Abfahrten in Wien um 16:28, 18:28 und 19:28 — diese Züge halten auf dem Weg nach Bregenz in Jenbach
„Es kann nicht sein, dass einerseits der Öffi-Ausbau forciert wird und dann am wichtigsten Bahnhof im Unterinntal diese Verbindung geschlossen wird“, so der Bürgermeister der Gemeinde.
Auswirkungen für Pendler und Reisende
Die ÖBB weist darauf hin, dass die Nahverkehrsanbindungen von Jenbach weiterhin gut seien. Gleichzeitig empfehlen die Bahnen tagsüber, mit einem Nahverkehrszug nach Wörgl zu fahren und dort in den Railjet nach Wien umzusteigen. Dadurch verlängert sich die Reisezeit nach Wien laut ÖBB von rund vier Stunden auf etwa viereinhalb Stunden.
Für viele Pendler bedeutet das zusätzliche Umstiege und eine veränderte Tagesplanung. Besonders betroffen sind regelmäßige Fernreisende sowie Touristinnen und Touristen, die ohne Umstieg nach Wien oder Bregenz reisen möchten.
Weitere Verbindungen bleiben
Wichtig für den Tourismus: Laut ÖBB bleiben die Verbindungen nach München sowie der Nightjet-Halt in Jenbach erhalten. Damit sind einige international wichtige Relationen nicht betroffen, was für die örtliche Hotellerie und den Fremdenverkehr relevant ist.
Zeitraum, Auflagen und offene Fragen
Die aktuelle Regelung gilt bis Ende 2028. Die ÖBB begründet die Maßnahme mit der Notwendigkeit, den Fahrplan während der Bauarbeiten stabil zu halten. Konkrete Angaben zu möglichen Ersatzangeboten, zusätzlichen Nahverkehrszügen oder verbesserten Umsteigezeiten liegen bislang nicht vor. Auch die Frage, wie sich die Situation bei eventuellen Verzögerungen der Bauarbeiten entwickeln wird, bleibt offen.
| Zeitraum | Änderung |
|---|---|
| Ab 13. Dezember 2026 | Viele Railjets halten tagsüber nicht mehr in Jenbach |
| Bis Ende 2028 | Vorläufige Gültigkeit der Maßnahme |
Für die Bevölkerung in Jenbach sind nun zwei Dinge wichtig: Zum einen, dass Pendlerinnen und Pendler ihre Verbindungen neu planen und die Umsteigemöglichkeiten in Wörgl prüfen; zum anderen, dass Gemeinde und regionale Vertreter weiter Druck machen, um kurzfristige Verbesserungen und klare Auskunft von den ÖBB zu erreichen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob zusätzliche Maßnahmen zur Entlastung der betroffenen Reisenden möglich sind.
Die Redaktion wird Entwicklungen beobachten und über Änderungen oder ergänzende ÖBB-Maßnahmen informieren.