ver.di hat die Beschäftigten der Kahlgrund‑Verkehrs‑Gesellschaft mbH (KVG) für Mittwoch, den 21. Oktober 2026, zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Aktion erfolgt unmittelbar vor der vierten Verhandlungsrunde zum Eisenbahntarifvertrag (ETV), die am 16. November angesetzt ist. Die Gewerkschaft begründet den Schritt mit aus ihrer Sicht unzureichenden Angeboten der Arbeitgeberseite und einer bislang ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde.
Umfang und Forderungen
Von den laufenden Tarifverhandlungen sind laut ver.di insgesamt rund 6.600 Beschäftigte betroffen. Betroffen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehreren Bereichen des öffentlichen Verkehrs in sechs Bundesländern, unter anderem im Omnibusbetrieb, im Schienennahverkehr und bei Güterbahnen.
- Datum des Warnstreiks: 21. Oktober 2026
- Betroffene Bundesländer: Bayern, Baden‑Württemberg, Nordrhein‑Westfalen, Niedersachsen, Schleswig‑Holstein und Rheinland‑Pfalz
- Betroffene Beschäftigte: rund 6.600
Die zentralen Forderungen der ver.di‑Tarifkommission lauten:
| Forderung | Inhalt |
|---|---|
| Tariferhöhung | 6,5 % mehr monatlich für alle Beschäftigten |
| Auszubildende | 100 € monatlich mehr |
| Sonderzahlung | 650 € jährliche Sonderzahlung für ver.di‑Mitglieder |
| Laufzeit | 12 Monate |
Reaktion der Gewerkschaft
ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde lediglich angekündigte Verschlechterungen zurückgenommen, aber kein tragfähiges Angebot vorgelegt hätten. Nach Ansicht der Gewerkschaft zeigen die Arbeitgeber damit zu wenig Bereitschaft, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, die nötig seien, um Personal zu halten und die Verkehrswende zu unterstützen.
„Statt Wertschätzung gibt es weiter Verzögerung und eine lange Laufzeit. Jetzt ist es an der Arbeitgeberseite, endlich ein abschlussfähiges Angebot auf den Tisch zu legen“,
so Gerald Burkard, Geschäftsführer des ver.di‑Bezirks Würzburg‑Aschaffenburg. Ein weiterer erklärter Verhandlungsführer, Andreas Schackert, wies darauf hin, dass am Verhandlungstisch oft nicht das bessere Argument, sondern die Sprache des wirtschaftlichen Drucks entscheide. Er begründet damit den Schritt zu Warnstreiks als Druckmittel im anhaltenden Konflikt.
„Auch diese Verhandlungsrunde hat leider einmal mehr gezeigt, dass am Verhandlungstisch häufig nicht das bessere Argument zählt, sondern oft die Sprache des wirtschaftlichen Drucks entscheidend ist. Deshalb rufen wir zu Warnstreiks auf.“
Konsequenzen für Reisende und die Verkehrswende
Ein Warnstreik im regionalen Verkehrsbereich kann kurzfristig zu Ausfällen und Verzögerungen im Nahverkehr führen. Für Pendlerinnen und Pendler, Schüler und Schülerinnen sowie Beschäftigte, die auf Bus‑ und Bahnangebote angewiesen sind, sind solche Aktionen spürbar. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Ausweitung und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs betont ver.di, dass verbesserte Arbeitsbedingungen notwendig seien, um Fachkräfte zu gewinnen und die Verkehrswende langfristig zu ermöglichen.
Die Arbeitgeberseite hat laut vorliegender Mitteilung bislang kein neues Angebot präsentiert; die nächste Verhandlungsrunde bleibt damit richtungsweisend. Für Reisende empfiehlt sich, kurzfristige Fahrplaninformationen zu beachten und alternative Reisepläne parat zu haben.
Die ver.di‑Initiative reiht sich in eine Reihe von Arbeitskämpfen, bei denen Gewerkschaften Warnstreiks als Mittel nutzen, um in festgefahrenen Tarifrunden Druck aufzubauen. Ob der angekündigte Streik zu einem beschleunigten Angebot der Arbeitgeber führt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.