Mehr Platz, spezialisierte Stationen und eigene Energieerzeugung
Der Assisi‑Hof des Österreichischen Tierschutzvereins in Stockerau wird erweitert: Bereits vergrößerte Bereiche für Hunde und Kleintiere sollen künftig mehr Auslauf und Beschäftigung ermöglichen. Für Ziervögel ist noch heuer eine neue Auffangstation geplant, für Wildtiere eine eigene Station bis Frühjahr 2027. Der Verein reagiert damit auf deutlich wachsenden Bedarf bei der Aufnahme und Versorgung von Tieren in Not.
Tierpflegeleiter Alfred Kofler betont die besonderen Anforderungen exotischer Vögel an Haltung und Sozialkontakte. Für diese Gruppe würden in Österreich zu wenige spezialisierte Plätze angeboten, deshalb seien großzügige Volieren geplant, die den Vögeln bessere Bedingungen bieten sollen.
„Diese exotischen Vögel haben besondere Ansprüche an Haltung, Platzangebot, Sozialkontakte und Beschäftigung.“ — Alfred Kofler
Hofleiterin Stephanie Lang weist auf die aktuellen Aufnahmezahlen hin: Bis Ende September wurden heuer bereits 205 hilfsbedürftige Wildtiere versorgt, im gesamten Vorjahr waren es 102. Vor allem handelte es sich um verwaiste Hasenbabys, Igel und zahlreiche verletzte Vögel. Das Ziel des Assisi‑Hofs ist weiterhin, die Tiere nach Behandlung und Genesung wieder auszuwildern.
Aufnahmezahlen und Infrastruktur
Seit der Eröffnung vor drei Jahren hat der Hof insgesamt 738 Haustiere aufgenommen; bis Jahresende rechnet der Verein mit rund 800 Aufnahmen. Geschäftsführer Alfons Hargaßner bezeichnet den Ausbau als notwendigen Schritt, um zusätzliche Möglichkeiten zur Aufnahme und Versorgung zu schaffen und betont die zweite Chance, die damit Tieren in Not gegeben werde.
| Kenngröße | Zahl |
|---|---|
| Wildtiere aufgenommen (bis Ende Sept., heuer) | 205 |
| Wildtiere aufgenommen (ganzes Vorjahr) | 102 |
| Haustiere seit Eröffnung | 738 |
| Erwartete Haustieraufnahmen (Jahresende) | ~800 |
| Photovoltaik‑Leistung | 25 kW |
Neben dem Ausbau der Tierbereiche investiert der Assisi‑Hof in die Energieversorgung: Auf dem Lagergebäude wurde heuer eine Photovoltaikanlage mit 25 Kilowatt Spitzenleistung installiert. Laut Verein soll die eigene Stromerzeugung helfen, die laufenden Kosten zu senken — ein strategischer Schritt angesichts wachsender Betriebsaufwendungen durch höhere Belegungszahlen.
Regionale Bedeutung und Folgen
Die Maßnahmen am Assisi‑Hof haben mehrere regionale Auswirkungen: Erstens entlasten spezialisierte Plätze in Stockerau andere Einrichtungen in Niederösterreich, die bisher Ziervögel oder vermehrt Wildtiere aufgenommen haben; zweitens können lokale Tierhalter und Gemeinden künftig auf ein breiteres Versorgungsangebot zugreifen. Drittens trägt die Photovoltaik‑Anlage zur Reduktion von Betriebskosten bei, was langfristig die finanzielle Stabilität des Hofs stärken kann.
Für die Stadt und die Umgebung bedeuten mehr Aufnahmekapazitäten auch einen Zuwachs an Verantwortung: Mehr Personal, Fachwissen und logistische Ressourcen sind nötig, um die Tiere fachgerecht zu versorgen und nachhaltig wieder in die Natur zu entlassen. Die geplante Wildtierstation, die heuer schon teilweise genutzte Bereiche ergänzt, wird dabei eine zentrale Rolle spielen.
- Ziervogelstation: Fertigstellung noch heuer, mit großzügigen Volieren.
- Wildtierstation: Vollendung geplant für Frühjahr 2027.
- Energiemanagement: Photovoltaik 25 kW zur Reduktion laufender Kosten.
Der Ausbau des Assisi‑Hofs reflektiert einen breiteren Trend: Steigende Aufnahmezahlen und Spezialisierungsbedarf bei Tierschutzorganisationen in Österreich erfordern angepasste Infrastruktur. Für Stockerau bedeutet dies eine Stärkung der regionalen Tierschutzangebote, zugleich aber auch neue Herausforderungen in Bezug auf Finanzierung, Personal und Vernetzung mit Behörden und Freiwilligenorganisationen.
Der Verein kündigte an, die Arbeiten in den kommenden Monaten weiterzuführen und die neuen Bereiche sukzessive in Betrieb zu nehmen. Konkrete Termine für die Eröffnung der Ziervogelstation sowie für intensive Testphasen der Wildtierstation nannte der Assisi‑Hof bisher nicht über die genannten Fristen hinaus.