Eine seit Anfang Oktober in Österreich gesuchte mutmaßliche Serienräuberin ist in Rom festgenommen worden. Bei der Frau handelt es sich nach Angaben der italienischen Ermittler um die 42-jährige Argentinierin Reyna Silvia Angelica, die in der kriminellen Szene unter dem Spitznamen „Reyna del Sud“ bekannt sein soll. Gegen sie war am 2. Oktober ein von der österreichischen Justiz ausgestellter europäischer Haftbefehl ergangen.
Festnahme nach TikTok‑Livestream
Die Carabinieri in Rom führten die Fahndung offenbar unter anderem über die Überwachung von Social‑Media‑Profilen. Nach italienischen Angaben konnten Ermittler ihren Aufenthaltsort eingrenzen, als die Frau am Samstagabend in einem TikTok‑Livestream mit Followern kommunizierte. Einsatzkräfte folgten dem Fahrzeug, in dem sie unterwegs war, und stoppten es im römischen Küstenvorort Ostia. Bei der Kontrolle legte die Verdächtige demnach gefälschte Dokumente vor.
- Festgenommene: 42‑jährige Argentinierin Reyna Silvia Angelica
- Ort: Küstenvorort Ostia (Rom)
- Grund: Europäischer Haftbefehl aus Österreich seit 2. Oktober
Gefälschte Papiere und Identitätsprüfung
Bei der Kontrolle habe die Frau sich mit falschen Angaben ausgewiesen und sich als 33‑jährige Argentinierin Maria José Lopez Ortiz bezeichnet, berichtet die römische Tageszeitung Il Messaggero. Eine Überprüfung habe jedoch ihre wahre Identität ergeben. Sichergestellt wurden mehrere mutmaßlich gefälschte Dokumente, darunter ein Reisepass, ein argentinischer Personalausweis und ein internationaler Führerschein.
| Tatbestand | Angaben |
|---|---|
| Alter | 42 Jahre |
| Erwürfener Haftbefehl | 2. Oktober |
| Vorwürfe in Österreich | Kriminelle Vereinigung, bewaffnete Raubüberfälle, unerlaubter Waffenbesitz |
Gegen die Frau läuft in Österreich ein Verfahren, das mit einer zehnjährigen Freiheitsstrafe endet, sollte die Verurteilung bestätigt und vollstreckt werden. Nach der Festnahme ordneten die italienischen Behörden Untersuchungshaft an und verfügten die Inhaftierung zum Zweck einer Auslieferung nach Österreich. Die italienischen Ermittler bereiten die Auslieferung vor.
Weiterer Ermittlungsverlauf in Rom
In Rom dauern die Untersuchungen an: Die Carabinieri versuchen, die Bewegungen der Frau während ihrer Flucht zu rekonstruieren und mögliche Helfer sowie Kontakte in der Hauptstadt zu identifizieren. Italiens Behörden gehen davon aus, dass die Verdächtige vor ihrer Ankunft in Rom einige Tage in Spanien verbracht haben könnte; die Ermittlungen hierzu seien noch nicht abgeschlossen.
„Reyna del Sud“
Die Festnahme verdeutlicht, wie Ermittler heute Social‑Media‑Spuren in Fahndungen nutzen: In diesem Fall führten Beobachtungen eines Livestreams direkt zu einem konkreten Einsatz. Die Sicherstellung der vermeintlich gefälschten Dokumente wird nun Bestandteil der forensischen und strafrechtlichen Prüfungen in Italien und dürfte auch für das Auslieferungsverfahren relevant sein.
Für die österreichische Justiz ist die Festnahme ein bedeutsamer Schritt vor dem Hintergrund der schweren Anklagen. Sollte die Auslieferung erfolgen und die Verurteilung bestätigt werden, droht der Beschuldigten in Österreich die bekannte zehnjährige Freiheitsstrafe wegen krimineller Vereinigung, bewaffneter Raubüberfälle und unerlaubten Waffenbesitzes. Bis dahin liegt die Verantwortung für die Ermittlungen und die weiteren Verfahrensschritte bei den italienischen Behörden, die ihre Recherchen zu Fluchtwegen und möglichen Komplizen fortsetzen.
Der Fall reiht sich ein in eine Reihe internationaler Kooperationen zwischen europäischen Strafverfolgungsbehörden, die zunehmend digitale Spuren als Ansatzpunkt für Fahndungen nutzen. Konkrete Angaben etwa zu möglichen Mittätern oder bislang gefundenen Verbindungen in Österreich machte die italienische Seite bislang nicht öffentlich.