Das IMC Krems intensiviert die Kooperation mit Unternehmen aus mehreren Branchen, um Forschung, Lehre und berufliche Praxis enger zu verknüpfen. Die Fachhochschule nennt für den Hochschulstandort derzeit 30 strategische Partnerschaften, die Studierenden Zugang zu Praxisprojekten, Praktika und Netzwerken ermöglichen sollen.
Praxisnahe Projekte und Weiterbildungsangebote
Die Kooperationen decken ein breites Feld ab: Es geht einerseits um technische und ökologische Fragestellungen, andererseits um digitales Management, Gesundheitsforschung und Tourismusthemen. In einem aktuellen Projekt mit dem Unternehmen Kansai Helios erprobt das IMC eine biologische Methode zur Entfernung organischer Rückstände aus Waschwasser mittels Mikroorganismen. Ziel ist es, eine Alternative zum bislang praktizierten Verbrennen dieser belasteten Flüssigkeiten zu entwickeln.
Mit der Raiffeisen Bank hat die Fachhochschule ein kompaktes Weiterbildungsprogramm für digitales Management gestaltet. Lehrinhalte umfassen unter anderem künstliche Intelligenz, digitale Prozesse und Online-Marketing. Solche Angebote richten sich an Berufstätige und sollen die digitale Kompetenz in heimischen Unternehmen stärken.
Gesundheits- und Tourismussektor als Schwerpunkte
Auch im Gesundheitsbereich wird die Kooperation vertieft: Gemeinsam mit Philips wurden Besuche von Pflegekräften in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen organisiert, um den fachlichen Austausch zu fördern. Im Tourismussektor bestehen langjährige Beziehungen zur Österreich Werbung, durch die Studierende etwa Praktika an internationalen Standorten absolvieren können.
„Gemeinsam mit führenden Unternehmen gestalten wir Innovation, fördern Talente und schaffen nachhaltigen Mehrwert für Studierende, Wirtschaft und Gesellschaft“, betont IMC-COO Bernhard Dollensky.
Erwartete Folgen für Studierende und Region
Die Partnerschaften sollen zwei Seiten bedienen: Studierende erhalten Einblicke in die Praxis und erleichterte Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern; Unternehmen gewinnen Zugang zu Forschungsergebnissen, anwendungsorientiertem Know-how und gut ausgebildeten Nachwuchskräften. Für die Region Krems und darüber hinaus kann dies bedeuten, dass Transferprojekte und Weiterbildungsangebote lokal verankert bleiben und so Fachkräfte im Bundesland stärker gebunden werden.
Aus wirtschaftspolitischer Sicht stärken solche Kooperationen die Innovationsfähigkeit von KMU und Konzernen gleichermaßen, weil Forschungsergebnisse schneller in praktikable Lösungen überführt werden können. Darüber hinaus bieten gezielte Weiterbildungsprogramme eine Möglichkeit, digitale Kompetenzdefizite in Betrieben zu begegnen, ohne dass Mitarbeitende lange Zeit vom Arbeitsplatz fernbleiben müssen.
- Anzahl Partnerschaften: 30 strategische Kooperationen
- Beispiele für Partner: Kansai Helios, Raiffeisen Bank, Philips, Österreich Werbung
- Schwerpunkte: Forschungstransfer, Weiterbildung, Praxisprojekte, internationale Praktika
| Partner | Projekt/Schwerpunkt |
|---|---|
| Kansai Helios | Biologischer Abbau organischer Rückstände im Waschwasser |
| Raiffeisen Bank | Weiterbildung: Digitales Management (KI, digitale Prozesse, Online-Marketing) |
| Philips | Fachlicher Austausch im Gesundheitsbereich |
| Österreich Werbung | Internationale Praktika für Studierende |
Für die Zukunft bleibt zu beobachten, wie nachhaltig die Kooperationen wirken: Entscheidend wird sein, in welchem Umfang gemeinsame Projekte zu marktfähigen Lösungen führen, wie viele Studierende konkret von Praktika und Jobkontakten profitieren und ob Unternehmen langfristig in Forschung und Weiterbildung investieren. Positiv ist, dass bereits konkrete Projekte laufen, die von Umweltthemen bis zu digitaler Qualifikation reichen — beides Schlüsselthemen für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren.
Die Fachhochschule positioniert sich damit als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und trägt dazu bei, akademische Ausbildung auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abzustimmen. Ob dies auch in größerem Maßstab zu einer stärkeren regionalen Innovationsdynamik führt, wird sich an der Zahl erfolgreicher Transferprojekte und an der Integration der Absolventinnen und Absolventen in den Arbeitsmarkt zeigen.