Wechsel an der Spitze: Amtsübernahme zum 1. November
In Gießen steht ein personeller Wechsel an der Spitze des Regierungspräsidiums Mittelhessen bevor: Martin Rößler (CDU) wird Nachfolger von Christoph Ullrich und übernimmt die Leitung der Behörde zum 1. November 2026, wie das Hessische Innenministerium mitteilte. Rößler war in der laufenden Legislatur als Staatssekretär und zugleich Amtschef des Innenministeriums tätig.
Der 57-jährige Jurist verfügt über einschlägige Erfahrung mit der Behörde in Gießen: Zwischen 2017 und 2024 war er Vizepräsident des Regierungspräsidiums Gießen und hatte von 2022 bis 2024 zusätzlich die Funktion des Landeskoordinators für Flüchtlingsunterbringung inne. Damit kehre Rößler in eine Führungsposition zurück, in der er sowohl administrative als auch krisenrelevante Aufgaben verantwortet.
Aufgaben und Zuständigkeiten
Das Regierungspräsidium Gießen ist eine zentrale Mittelbehörde des Landes Hessen. Neben klassischen Verwaltungsaufgaben liegt in Gießen auch die Verantwortung für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, eine Aufgabe mit deutlichen Auswirkungen auf kommunale Infrastruktur und Haushalte in der Region.
- Leitung und strategische Steuerung des Regierungspräsidiums Mittelhessen
- Verantwortung für die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen
- Koordination mit Kommunen und Landesbehörden in Fragen Migration und Unterbringung
Aus Sicht der Landesregierung ist die Amtsbesetzung ein Schritt zur Kontinuität in einer sensiblen Verwaltungsaufgabe. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Rößler als erfahrenen Fachmann:
„Martin Rößler ist ein hervorragender Verwaltungsexperte und mit den komplexen Themen eines Regierungspräsidiums bestens vertraut. Ich könnte mir nicht zuletzt dank seiner Erfahrung als Landeskoordinator für Flüchtlingsunterbringung kaum einen Besseren vorstellen, um das Regierungspräsidium Gießen zu leiten.“
Rößler selbst blickt auf die Zeit als Staatssekretär zurück und betonte die Bedeutung der neuen Aufgabe für die Modernisierung der Verwaltung:
„Für die Gelegenheit, die Vielfalt der Themen dieses wichtigen Schlüsselressorts mitgestalten zu dürfen, bin ich dankbar.“
Konsequenzen für Gießen und die Region
Für die Stadt Gießen und die umliegenden Kommunen hat die Besetzung des Präsidentenamtes praktische Folgen: Entscheidungen des Regierungspräsidiums wirken sich auf Regionalplanung, Infrastrukturförderung, Schul- und Genehmigungsfragen sowie auf die Steuerung von Unterbringungskapazitäten aus. Insbesondere die Leitung der Erstaufnahmeeinrichtung ist mit konkreten logistischen und finanziellen Herausforderungen verbunden, die eine enge Abstimmung mit Städten und Landkreisen voraussetzen.
Da Rößler bereits als Landeskoordinator für Flüchtlingsunterbringung fungierte, bringt er praktische Erfahrung in einem Feld mit, das immer wieder intensive Abstimmungsprozesse zwischen Land und Kommunen verlangt. Ob und wie sich seine Amtsführung in konkreten Projektentscheidungen, etwa bei Investitionsförderungen oder bei der Verteilung von Unterbringungskapazitäten, von der Vorgängerperiode unterscheidet, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Personalien im Innenministerium
Mit Rößlers Wechsel entsteht außerdem eine Lücke im Hessischen Innenministerium: Seine Nachfolge als Staatssekretärin übernimmt laut Mitteilung die bisherige Bürgermeisterin von Hanau, Isabelle Hemsley. Das Innenministerium bleibt damit personell neu aufgestellt, was mittelbar auch die arbeitsteilige Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium beeinflussen kann.
| Datum | Rolle | Bemerkung |
|---|---|---|
| 2017–2024 | Vizepräsident, Regierungspräsidium Gießen | Kenntnis der Behörde |
| 2022–2024 | Landeskoordinator Flüchtlingsunterbringung | Operative Erfahrung |
| Seit Jan. 2024–31.10.2026 | Staatssekretär / Amtschef im Innenministerium | Wechsel zum 1.11.2026 |
Die vakante Präsidentenstelle ist für die kommenden Jahre zentral für die Verwaltungssteuerung in Mittelhessen. Beobachter in Kommunalpolitik und Verwaltung werden in den nächsten Wochen insbesondere darauf achten, welche Prioritäten Rößler bei der Modernisierung der Verwaltung und bei der Steuerung der Unterbringung von Schutzsuchenden setzt.
Die formale Ernennung und das Übergangsmanagement werden in den kommenden Tagen Thema weiterer Mitteilungen aus dem Innenministerium und aus dem Regierungspräsidium selbst sein.