Konstituierende Sitzung in Schwerin überschattet
In der konstituierenden Sitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin ist es zu einem Eklat gekommen: Der AfD-Abgeordnete Tommy Thormann veröffentlichte ein Video, in dem er offenbar während der Sitzung eine Handgeste zeigt, die einerseits als Taucherzeichen "Okay" bekannt ist, andererseits aber in rechtsextremen Kreisen als Symbol für „White Power“ verwendet wird. Die Aufnahme verbreitete sich über die Plattform Instagram und löste umgehend Kritik aus.
Reaktionen aus der Landtagsopposition
Hennis Herbst, Vorsitzender der Linksfraktion im Landtag, forderte das Präsidium auf, den Vorfall zu prüfen und eine mögliche Rüge gegen den Abgeordneten zu erwägen. In einem Schreiben an die Landtagspräsidentin Birgit Hesse heiße es laut Mitteilung, der Vorfall bestätige erneut, warum die AfD nicht in das Präsidium gewählt worden sei. Herbst bemängelte den fehlenden Respekt gegenüber dem Parlament, weil Thormann während der Sitzung mit der fraglichen Geste posiert habe.
„Wer ausgerechnet während der konstituierenden Sitzung des Parlaments mit einer Geste posiert, die in rechtsextremen Kreisen als Symbol weißer Vorherrschaft verwendet wird, lässt den gebotenen Respekt vor diesem Haus vermissen.“
Auch die SPD reagierte scharf: Nach Angaben der Berichte forderte sie den sofortigen Ausschluss Thormanns aus der AfD-Landtagsfraktion. Die Artikel weisen darauf hin, dass es sich nicht um die erste öffentliche Verwendung dieser Handhaltung durch den Politiker handele.
Ein Zeichen mit doppelter Bedeutung
Die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) wird in den Berichten zitiert: Demnach nutzen rechtsextreme Gruppierungen die Geste als Symbol für "White Power". Zugleich existiert die Handhaltung in anderen Kontexten mit völlig neutraler Bedeutung, etwa als Zeichen für "Okay" unter Tauchern. Diese Mehrdeutigkeit macht für Herbst und andere Kritiker eine genaue Prüfung und eine politische Bewertung nötig.
- Ort: Konstituierende Sitzung des Landtags in Schwerin
- Beteiligter: AfD-Abgeordneter Tommy Thormann
- Forderungen: Prüfung durch das Präsidium, mögliche Rüge; SPD verlangt fraktionsinternen Ausschluss
Politischer Kontext in Mecklenburg-Vorpommern
Die Vorgänge spielen vor dem Hintergrund der Landtagswahl im September, bei der die AfD laut Berichten stärkste Kraft geworden ist. Dennoch reichte es nicht für eine Alleinregierung; stattdessen deutet vieles auf eine Regierungsbildung durch SPD, Grüne und Linke hin. In diesem Spannungsfeld werden Vorfälle wie dieser besonders aufmerksam registriert, weil sie das öffentliche Klima und die parlamentarische Zusammenarbeit beeinflussen können.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 20.–21. Oktober 2026 | Konstituierende Sitzung des neuen Landtags in Schwerin; Thormann veröffentlicht Video mit fraglicher Geste |
| 21. Oktober 2026 | Hennis Herbst fordert Prüfung durch das Präsidium; SPD verlangt Ausschluss |
Für Schwerin als Sitz des Parlaments bedeutet der Vorfall eine Belastungsprobe für das Vertrauen in die parlamentarische Kultur vor Ort. Die Prüfung durch das Präsidium der Landtagspräsidentin Birgit Hesse wird zeigen, ob das Verhalten des Abgeordneten als Störung der Ordnung des Hauses gewertet und welche formalen Schritte folgen.
Unabhängig vom Ausgang der dienstrechtlichen oder parlamentarischen Maßnahmen bleibt die Debatte über Symbole, ihre Bedeutung in unterschiedlichen Kontexten und die Verantwortung von Abgeordneten in Sitzungen präsent. In einer Phase, in der sich die neue Landesregierung formiert, erhöhen sich die Erwartungen an klare Verhaltensstandards innerhalb des Parlaments.
Die kommenden Tage dürften zeigen, ob das Präsidium dem Aufruf zur Prüfung nachkommt und welche Sanktionen gegebenenfalls verhängt werden.