Einsatz in Rothenditmold: Nest auf Kleingartengelände beseitigt
In Kassel haben ausgebildete Imker der so genannten Velutina Army ein Nest der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) in rund 18 Meter Höhe entfernt. Das Nest war auf dem Gelände des Kleingartenvereins Döllbachaue in Rothenditmold lokalisiert worden. Bei dem Einsatz, an dem neun Imker beteiligt waren, kamen Schutzanzüge, Stiefel, Handschuhe und Helme zum Einsatz.
Technik und Logistik: teure Lanze und Unterstützung durch Drohnen
Für die Entfernung wurde eine spezielle, teleskopierbare Lanze verwendet, an deren Ende eine Kamera und ein Staubsauger angeschlossen werden können. Nach Angaben der beteiligten Imker kostet eine solche Lanze 8 500 Euro. Die Helfer geben an, dass idealerweise zwei Exemplare nötig wären, um Einsätze dieser Art flexibler und sicherer durchführen zu können.
Die Suche und Lokalisierung des Nestes gelang mit Unterstützung der DRK-Drohnenstaffel, die das Nest auf dem Kleingartengelände aufspürte. Während der Einsatz vorbereitet wurde, verzögerte sich der Eintreffende mit der Lanze, da er aus Hannover anreiste und im Stau stand.
Hintergrund: zweite Kolonie innerhalb weniger Wochen
Der betroffene Standort ist bereits der zweite bekannte Fund in Kassel binnen kurzer Zeit. Vor etwa fünf Wochen hatten Imker ein erstes Nest an einer Gartenlaube entfernt. Ralf Siebenberg, Vorstandsmitglied des Kasseler Imkervereins und Teamleiter der ehrenamtlichen Nestentferner, erläuterte, dass es sich nun um das sogenannte Sekundärnest handelte.
„Es ist schon das zweite.“
- Ort: Kleingartenverein Döllbachaue, Rothenditmold (Kassel)
- Höhe des Nestes: 18 Meter
- Anzahl beteiligter Imker: neun
- Kosten der Lanze: 8 500 Euro (pro Gerät)
Risiken für Bienenhaltung und Bevölkerung
Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art, die Bienenvölker bedrohen kann. Zudem bergen größere Nester ein Gefährdungspotenzial für Menschen, insbesondere in dicht besiedelten Bereichen oder auf Park- und Gartenflächen. Die Velutina Army hat sich bundesweit vernetzt, um die Ausbreitung dieser nicht heimischen Art zu bekämpfen und die lokale Imkerei zu schützen. In Kassel koordinieren Ehrenamtliche diese Einsätze oft mit anderen Hilfsorganisationen, wie in diesem Fall mit der DRK-Drohnenstaffel.
Finanzpolitische und organisatorische Folgen
Der Einsatz macht deutlich, dass der Umgang mit invasiven Arten nicht nur fachliche, sondern auch finanzielle Herausforderungen für kommunale Gruppen und Vereine darstellt. Der Anschaffungswert der Speziallanze und der Bedarf an zusätzlichem Material werfen Fragen nach Finanzierung und Ausstattung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte auf. Ohne zusätzliche Mittel müssten Vereine entweder auf teure Fremdleistung zurückgreifen oder Einsätze riskanter und zeitaufwändiger organisieren.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Höhe des Nestes | 18 Meter |
| Anzahl Imker im Einsatz | 9 |
| Kosten pro Lanze | 8 500 € |
| Bekannte Nester in Kassel | 2 (erstes vor fünf Wochen) |
Für die Stadt und lokale Behörden kann dies bedeuten, dass künftig Mittel für Geräteteile, gemeinsame Beschaffungen oder zumindest eine koordinierte Unterstützung bereitgestellt werden sollten, um schnelle und sichere Eingriffe zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung von Kleingartenvereinen, Hausverwaltungen und der Bevölkerung, um Sichtmeldungen frühzeitig weiterzugeben.
Die Kasseler Imker betonen, dass fachkundiges und geschütztes Vorgehen entscheidend ist. Einsätze wie in Rothenditmold zeigen, wie technische Hilfsmittel, ehrenamtliches Engagement und die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen kombiniert werden müssen, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu begrenzen und die lokale Bienenhaltung zu schützen.