Nachweis bei einer flugunfähigen Breitflügelfledermaus
Bei einer Breitflügelfledermaus, die in der Nähe des Naturschutzgebiets Dönche gefunden wurde, hat das Hessische Landeslabor den Erreger der Fledermaustollwut nachgewiesen. Die Stadt Kassel veröffentlichte die Information gestern und beantwortete zugleich die wichtigsten Fragen zum möglichen Risiko und den empfohlenen Schutzmaßnahmen.
Das Tier sei nach Angaben der Stadt flugunfähig am Boden sitzend aufgefunden worden. Da Fledermäuse nachtaktiv und in der Regel scheu seien, bestehe für die Bevölkerung und Haustiere sehr geringes Infektionsrisiko, solange kein direkter Kontakt zu den Tieren zustande kommt.
Übertragungswege und Warnhinweise
Der Leiter der Abteilung Tierseuchenbekämpfung, Dr. Heiko Purkl, betont die Bedingungen einer möglichen Virus-Übertragung: Eine Ansteckung auf den Menschen setze einen direkten Kontakt zu einer infizierten Fledermaus voraus, etwa durch Biss- oder Kratzverletzungen oder durch das Berühren von Schleimhäuten mit Speichel beziehungsweise das Eindringen in kleinere Hautwunden.
„Eine Virus-Übertragung auf den Menschen setzt einen direkten Kontakt mit einer infizierten Fledermaus voraus – wie zum Beispiel durch Biss- oder Kratzverletzungen oder durch den Kontakt des Speichels mit Schleimhäuten oder kleineren Hautwunden.“
Vor diesem Hintergrund rät die Stadt zu umsichtigem Verhalten gegenüber auffällig wirkenden Fledermäusen – also Tieren, die flugunfähig, orientierungslos oder geschwächt erscheinen oder den Eindruck erwecken, hilfsbedürftig zu sein. Insbesondere Kinder sollen über das Risiko aufgeklärt werden.
Praktische Verhaltensregeln für Bürgerinnen und Bürger
- Nicht mit bloßen Händen anfassen – auffällige oder tote Fledermäuse grundsätzlich in Ruhe lassen.
- Wenn ein Umgang unumgänglich ist: nur mit dicken, bissfesten Handschuhen handeln.
- Bei einem Biss oder Kratzer: Wunde sofort reinigen und medizinischen Rat einholen.
- Kinder über Gefahr und Abstand aufklären und entsprechend beaufsichtigen.
- Fund oder Sichtung derartiger Tiere der Stadt oder den zuständigen Behörden melden.
Tabelle: Empfohlene Sofortmaßnahmen bei Kontakt oder Fund
| Situation | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|
| Keine Berührung möglich | Abstand halten, Tier beobachten, zuständige Stelle informieren |
| Unvermeidbarer Umgang (z. B. Rettung) | Dicke, bissfeste Handschuhe verwenden; Kontakt zu Mund/Nase/Schleimhäuten vermeiden |
| Biss- oder Kratzverletzung | Wunde säubern, ärztlichen Rat einholen, Ereignis melden |
Die Stadt hebt hervor, dass gesunde Menschen und Haustiere normalerweise keinen Kontakt zu Fledermäusen herstellen. Dennoch sei Vorsicht geboten, weil sich auch gesunde Fledermäuse durch Annäherung bedroht fühlen und zubeißen könnten. Deshalb sei das niedliche Erscheinungsbild der Tiere kein Indikator für sichere Harmlosigkeit.
Ausblick und Bedeutung für Kassel
Für die Kasselerinnen und Kasseler bedeutet der Nachweis in erster Linie erhöhte Aufmerksamkeit im unmittelbaren Fundgebiet rund um die Dönche. Öffentliche Gesundheitsgefahren werden von der Stadt aktuell als gering eingeschätzt, weil eine Ansteckung nur über direkten Kontakt möglich ist. Die Hinweise der Behörden zielen vor allem darauf ab, unnötige Berührungen zu vermeiden und bei Vorfällen schnell medizinische und behördliche Schritte einzuleiten.
Für kommunale Finanz- oder Einsatzfragen wurden in der Meldung keine weiteren Details genannt. Sollte die Fundlage sich ändern oder weitere Fälle auftreten, ist zu erwarten, dass Stadt und Gesundheitsbehörden ergänzende Informationen und mögliche koordinierte Maßnahmen veröffentlichen.
Die Stadt Kassel empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, die bekannten Verhaltensregeln zu beachten und Auffälligkeiten zu melden, um das geringe, aber nicht zu vernachlässigende Risiko weiter zu minimieren.