Am Landesklinikum Klosterneuburg wird seit einem Jahr im Rahmen des Projekts „HNÖ hilft!“ verstärkt tagesklinisch operiert, um Kindern mit häufigen Hals‑Nasen‑Ohren‑Erkrankungen raschere Versorgung zu ermöglichen. Die Initiative nutzte die frei gewordenen Operationskapazitäten nach der Verlagerung der Geburtshilfe nach Tulln im Jahr 2025. Seither wurden am Standort Klosterneuburg mehr als 280 Kinder behandelt.
Hintergrund und Angebot
Die Behandlungspalette am Klinikum umfasst unter anderem die Entfernung der Rachendachmandel (Adenoid), die Entfernung kindlicher Polypen sowie Eingriffe am Trommelfell inklusive der Einlage von Paukenröhrchen. Seit Mai 2026 wurde das Leistungsspektrum erweitert, sodass auch Teilentfernungen der Gaumenmandeln angeboten werden. Operiert wird am Standort Klosterneuburg einmal pro Woche; die Indikation zur Operation stellen ausschließlich HNO‑Fachärztinnen und -Fachärzte. Zuweisungen erfolgen über die HNO‑Standorte in St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt.
Effekt auf Wartezeiten und Versorgung
Vor Beginn des Projekts betrug die Wartezeit für diese Eingriffe rund 18 Monate. Laut Angaben des Klinikums hat sich diese Dauer seither auf etwa die Hälfte reduziert. Landesrat Anton Kasser (ÖVP) betonte den Vorzeigecharakter des Vorhabens im Kontext des Gesundheitsplans 2040+ und hob die verbesserte Versorgungslage für Kinder hervor:
„Das Projekt zeigt beispielhaft, wie eine konkrete Maßnahme des Gesundheitsplans 2040+ schon heute die Versorgung vieler Kinder verbessert.“
Elisabeth Bräutigam, Vorständin der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur, führte aus, dass durch „HNÖ hilft!“ für Kinder und ihre Familien raschere Zugänge zu notwendigen Eingriffen geschaffen worden seien. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Entwicklung und Lebensqualität betroffener Kinder zu verbessern, indem langjährige Wartezeiten reduziert werden.
- Start des Projekts: vor einem Jahr am Landesklinikum Klosterneuburg
- Operationen bis dato: mehr als 280 Kinder
- Operationsfrequenz: einmal pro Woche am Standort Klosterneuburg
- Wartezeit früher: rund 18 Monate
- Wartezeit jetzt: etwa halbiert
Regionale Bedeutung und Ausblick
Für Klosterneuburg und das Umland hat die Neustrukturierung der Kapazitäten eine doppelte Wirkung: Einerseits wurden Operationsressourcen, die durch die Verlagerung der Geburtshilfe nach Tulln frei wurden, zielgerichtet für kindliche HNO‑Eingriffe genutzt. Andererseits zeigt das Beispiel, wie politische Planungen auf Landesebene — hier der Gesundheitsplan 2040+ — in konkrete Angebote vor Ort umgesetzt werden können.
Die Zusammenarbeit zwischen den HNO‑Stationen in St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt einerseits und dem Standort Klosterneuburg andererseits sorgt für eine vernetzte Zuweisungslogik. Dies ist besonders relevant für Familien, die bislang lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Für Eltern bedeutet die Verringerung der Wartezeiten nicht nur weniger Belastung in organisatorischer Hinsicht, sondern potenziell auch eine bessere gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder.
| Aspekt | Vor Projektstart | Aktueller Stand |
|---|---|---|
| Wartezeit | ca. 18 Monate | etwa halbiert |
| Operationshäufigkeit am Standort | nicht verfügbar | 1x pro Woche |
| Anzahl operierter Kinder (seit Start) | – | mehr als 280 |
Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen‑ und Ärztekammer für Niederösterreich und Schirmherr des Projekts, wird in der Berichterstattung als Unterstützer genannt. Konkrete Angaben zu weiteren Ausbaustufen, etwa einer zusätzlichen Operationskapazität oder einer Erhöhung der Frequenz über einmal wöchentlich hinaus, liegen derzeit nicht vor. Ob und wie das Angebot künftig ausgeweitet wird, hängt von Ressourcensituation, Personalplanung und den bedarfsorientierten Vorgaben der Landesgesundheitsplanung ab.
Für Betroffene bleibt wichtig: Die Indikation für operative Eingriffe wird weiterhin ausschließlich durch HNO‑Fachpersonal gestellt; Zuweisungen erfolgen über die regionalen HNO‑Standorte. Familien aus Klosterneuburg und dem Bezirk erhalten damit einen näheren und schnelleren Zugang zu Behandlungen, die zuvor mit langen Wartezeiten verbunden waren.