KLOSTERNEUBURG. Rund fünf Stunden lang standen im Kultur- und Innovationszentrum SHIFT die Herausforderungen der lokalen Trinkwasserversorgung im Mittelpunkt. Die Plattform unser Klosterneuburg (PUK) hatte zu einem Informations- und Diskussionsabend eingeladen, bei dem Expertinnen und Experten sowie lokale Mandatare die aktuelle Lage und mögliche Wege für ein nachhaltiges Wassermanagement vorstellten.
Belastung der Brunnen durch Hitze und Trockenheit
Im Zentrum der Veranstaltung standen Berichte zur Entwicklung der Klosterneuburger Wasserversorgung. Laut PUK wurden die städtischen Brunnen durch die lange Hitze- und Trockenperiode im Jahr 2026 stark belastet. Als Folge musste das Wasserlieferungsübereinkommen mit Wien wesentlich häufiger in Anspruch genommen werden als ursprünglich als bloße Notfallreserve vorgesehen.
„Ohne die massive Nutzung der Wiener Notwasserleitung wäre die Trinkwasserversorgung in Klosterneuburg heuer bereits im Frühsommer an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen.“
Dieses Zitat führte PUK-Stadtrat Stefan Hehberger in der Diskussion an. PUK-Gemeinderat Wolfgang Haas warnte dagegen davor, erst bei akuten Engpässen zu reagieren und forderte langfristige Maßnahmen.
Vorträge und vorgeschlagene Strategien
Die Veranstaltung umfasste vier Impulsvorträge, die verschiedene Aspekte beleuchteten:
- die aktuelle Situation der Klosterneuburger Trinkwasserversorgung,
- die Nutzung von Regen- und Brauchwasser,
- die Bedeutung der Donau-Auen als natürlicher Wasserspeicher,
- Strategien und Praxisbeispiele für kommunales Wassermanagement.
Als konkrete langfristige Ansätze wurde unter anderem das Schwammstadt-Prinzip genannt, das Regenwasser lokal zurückhalten und der natürlichen Grundwasserneubildung zugutekommen soll. Weitere Details zu den vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von den Referenten anhand von Praxisbeispielen erläutert.
Ausmaß der Inanspruchnahme der Wiener Notwasserleitung
Die PUK stellte dar, dass zwischen April und Juli 2026 so viel Wiener Wasser in die Klosterneuburger Hochbehälter eingespeist wurde wie in den 21 Jahren davor zusammen. Diese Zahl unterstreicht laut Veranstaltern die außergewöhnliche Intensität der Inanspruchnahme externer Versorgungskapazitäten in diesem Jahr.
| Zeitraum | Bemerkung |
|---|---|
| April–Juli 2026 | So viel Wiener Wasser eingespeist wie in den 21 Jahren davor zusammen |
Regionale Auswirkungen und offene Fragen
Die verstärkte Nutzung der Notwasserleitung wirft für Klosterneuburg Fragen zur Resilienz der eigenen Wasserversorgung auf: Wie lassen sich kommunale Speicher, Verteilnetze und lokale Quellen so stärken, dass künftig weniger externe Notreserven erforderlich sind? Welche Investitionen in Regenrückhalt, Brauchwassernutzung oder Grundwasserneubildung sind notwendig — und wie werden Kosten, Zuständigkeiten und Zeitpläne zwischen Stadt, Land und externen Lieferanten abgestimmt?
PUK betonte, dass reaktive Maßnahmen bei Wasserknappheit nicht ausreichen. Die Forderung nach langfristigen Strategien und praktischen Umsetzungen — etwa durch das Schwammstadt-Konzept und erhöhte Nutzung von Regen- und Brauchwasser — stand im Mittelpunkt der Debatte. Konkrete Beschlüsse oder Zeitpläne seitens der Stadtgemeinde wurden beim Abend nicht genannt.
Die Diskussion im SHIFT hat die Dringlichkeit einer systematischen, kommunalen Strategie zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in Klosterneuburg unterstrichen. Ob und wie die Stadtverwaltung die vorgeschlagenen Maßnahmen aufgreift, wird für die kommenden Monate von zentraler Bedeutung sein.