Das Tauernklinikum hat erstmals einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte des Klinikbetriebs dokumentiert. Mit dem Bericht will die Klinikleitung nicht nur gesetzlichen Vorgaben entsprechen, sondern ein Steuerungsinstrument schaffen, das nachhaltige Maßnahmen für die Gesundheitsversorgung im Pinzgau sichtbar macht.
Leuchtturmprojekte und strategische Schwerpunkte
Im Bericht werden mehrere Leuchtturmprojekte vorgestellt, die bereits umgesetzt oder geplant sind. Dazu zählen konkret:
- die Umstellung der Krankenhausverpflegung auf verstärkt regionale und saisonale Produkte,
- die Einrichtung einer neuen Anstaltsapotheke,
- die geplante Generalsanierung des Standorts in Mittersill.
Begleitet wurde die Erstellung des Berichts von Sabine Ilger von der Sustainable Transformers GmbH zusammen mit einem interdisziplinären Team des Tauernklinikums.
Warum Nachhaltigkeit für das Tauernklinikum zentral ist
Die Klinikleitung betont, dass das Tauernklinikum als größter Arbeitgeber im Pinzgau eine besondere Verantwortung trage. In einer Stellungnahme heißt es, Nachhaltigkeit sei ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Entwicklung. Im Zentrum stünden dabei Versorgungssicherheit, Ressourcenschonung und Fachkräftebindung. Derartige Ziele sollen laut Bericht nicht nur die betriebliche Effizienz erhöhen, sondern auch die Qualität der Gesundheitsversorgung für gegenwärtige und künftige Generationen sichern.
„Als der größte Arbeitgeber im Pinzgau verstehen wir Nachhaltigkeit als wesentlichen Bestandteil unserer strategischen Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen Versorgungssicherheit, Ressourcenschonung und die Fachkräftebindung. Der Bericht ist viel mehr als eine gesetzliche Pflicht, er dient uns als Steuerungsinstrument und schafft Bewusstsein, wo wir ... ansetzen können“, sagte Verwaltungsdirektorin Angelika Mies.
Messbare erste Erfolge
Als konkretes Ergebnis der Umstellungen in der Verpflegung führt der Bericht eine Reduktion des Abfallaufkommens im Verpflegungsbereich an: Im vergangenen Jahr konnte das Klinikteam das Abfallaufkommen dort um 3,6 Prozent vermindern. Dies zeigt, dass schon relativ kleine prozentuale Effekte auf betrieblicher Ebene reale Ressourcenentlastung bringen können.
| Bereich | Maßnahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Verpflegung | Verwendung regionaler und saisonaler Lebensmittel, Abfallvermeidung | Abfallaufkommen −3,6 % |
| Infrastruktur | Planung Generalsanierung Mittersill | In Planung |
| Apotheke | Neue Anstaltsapotheke | Umsetzung geplant/gestartet |
Lokaler Kontext und mögliche Folgen
Für Zell am See und den Pinzgau hat der Bericht mehrere Bedeutungen: Zum einen stärkt die Fokussierung auf regionale Lieferketten die Vernetzung von Klinik und heimischer Landwirtschaft sowie Gastronomie. Lieferanten in der Region könnten von stabileren Abnahmeverpflichtungen profitieren. Zum anderen signalisiert die geplante Sanierung in Mittersill Investitionen in die bauliche und betriebliche Zukunft der Versorgung – ein Faktor, der auch Beschäftigte an den Standorten binden kann.
Die Betonung von Fachkräftebindung ist in einer Region, in der viele Arbeitgeber um qualifiziertes Personal konkurrieren, ein strategisch bedeutsamer Punkt. Maßnahmen zur Mitarbeiterzufriedenheit, Aus- und Weiterbildung sowie langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen sind implizite Zielgrößen solcher Nachhaltigkeitsstrategien.
Der Bericht ist als interner wie externer Bezugsrahmen gedacht: Er dokumentiert bisherige Erfolge, benennt laufende Projekte und formuliert Bereiche, in denen weiterer Handlungsbedarf besteht. Ob und wie schnell sich die geplanten Maßnahmen in spürbare Verbesserungen für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und regionale Partner ummünzen lassen, wird in den kommenden Jahren zu beobachten sein.
Die Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts markiert für das Tauernklinikum einen Schritt hin zu mehr Transparenz und zur langfristigen Verankerung ökologischer und sozialer Aspekte in der Gesundheitsversorgung des Pinzgaus.