Der Wiener Gesundheitsverbund und die Vinzenz Kliniken haben gemeinsam eine digitale Plattform zur Vergabe von Terminen für Hüft‑ und Kniegelenksersatz gestartet. Ziel ist es, den Weg zu planbaren orthopädischen Eingriffen für Wienerinnen und Wiener zu vereinfachen, Wartezeiten transparenter zu machen und die Terminvergabe gerechter zu gestalten.
Wie die Plattform funktioniert
Patientinnen und Patienten mit einer fachärztlichen Zuweisung für einen Hüft‑ oder Kniegelenksersatz können sich über op‑termin.wien oder die Gesundheitsberatung 1450 anmelden. Dabei laden sie die Zuweisung hoch und wählen, ob ihnen ein schnellerer Termin oder eine Behandlung in einer Wunschklinik wichtiger ist. Die Plattform verknüpft die Daten mit den beteiligten Kliniken und koordiniert Erstgespräche und Operationstermine.
- Mehr als 245 OP‑Termine wurden in der Testphase vergeben.
- Über 460 Erstgespräche wurden vereinbart.
- In der Regel finden Erstgespräche innerhalb von 21 Tagen statt.
Hintergrund und Bedeutung für Wiener Patientinnen und Patienten
Hüft‑ und Kniegelenksersatz gehören zu den häufigsten planbaren Operationen; in Österreich werden jährlich rund 40.000 künstliche Hüft‑ und Kniegelenke eingesetzt. Mit der neuen Plattform will die Stadt Wien sicherstellen, dass für die Betroffenen nicht die Kenntnis des Gesundheitssystems über die Wartezeit entscheidet, sondern transparente Kriterien und Verfügbarkeit.
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker betont den Anspruch an Fairness und Nutzerfreundlichkeit. In der Mitteilung heißt es:
„Bei einer Hüft‑ oder Knie‑OP soll für Patient*innen nicht entscheidend sein, wie gut sie sich im Gesundheitssystem auskennen. Der Zugang muss leicht, transparent und fair sein.“
Erfahrungen aus der Testphase und Perspektiven
Die Testphase diente dazu, die Abläufe zwischen Kliniken und der Gesundheitsberatung 1450 zu erproben und das System zu optimieren. Michael Binder, Medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, berichtet, dass bereits mehr als 245 Operationstermine und mehr als 460 Erstgespräche vereinbart wurden. Er sagt außerdem, dass im Jahresbetrieb knapp 3.000 Erstgespräche über die Plattform möglich seien.
Die ersten 25 Operationen, die über op‑termin.wien vermittelt worden sind, wurden bereits durchgeführt. Binder hebt hervor, dass die durchschnittlichen Erstgespräche binnen drei Wochen stattfinden und wer bei der Wahl der Klinik flexibel ist, oft schneller einen Termin erhält.
Konkreter Ablauf für Patientinnen und Patienten
Der pragmatische Ablauf auf einen Blick:
- Anmeldung über op‑termin.wien oder telefonisch über 1450.
- Hochladen der fachärztlichen Zuweisung.
- Auswahlpräferenz: möglichst früher Termin oder Wunschklinik.
- Vereinbarung eines Erstgesprächs, in der Regel innerhalb 21 Tagen.
- Terminvergabe für die Operation, wenn medizinisch indiziert.
| Kennzahl | Wert (Testphase) |
|---|---|
| Vermittelte OP‑Termine | >245 |
| Vereinbarte Erstgespräche | >460 |
| Erste durchgeführte Operationen | 25 |
| Erwartete Erstgespräche pro Jahr | ~3.000 |
Ausblick und Grenzen
Die Plattform soll den Zugang vereinfachen, ersetzt aber nicht die medizinische Abklärung. Eine fachärztliche Zuweisung bleibt Voraussetzung. Zudem hängt die tatsächliche Wartezeit von der verfügbaren Kapazität der Kliniken und von kurzfristigen Absagen ab; ein Fallbeispiel aus der Testphase zeigte, dass ein vorgezogener Operationstermin möglich wurde, weil ein anderer Patient abgesagt hatte.
Für Wienerinnen und Wiener bedeutet das neue Angebot eine deutliche Erleichterung beim Zugang zu planbaren orthopädischen Eingriffen. Wer bereits eine Zuweisung hat, kann sich ab sofort informieren und anmelden; die Plattform ist als ergänzendes Angebot zu bestehenden Wegen über niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und Klinikkoordination zu verstehen.