Kultur Mürzzuschlag Steiermark (ST)

Gänsehaut in der Aufbahrungshalle: Wiener Chansons ziehen Publikum in Mürzzuschlag an

Großer Andrang herrschte bei einem ungewöhnlichen Konzertabend in der Aufbahrungshalle am Stadtfriedhof Mürzzuschlag. Maria Stippich, Traude Holzer und Helmut Stippich präsentierten Wiener Chansons zum Thema Tod und Abschied – ein Angebot, das im kommunalen Rahmen seit einigen Jahren einmal jährlich stattfindet.

Gänsehaut in der Aufbahrungshalle: Wiener Chansons ziehen Publikum in Mürzzuschlag an
©Illustration KI Helena Pirker / ztl.live

Musikalischer Abend am Stadtfriedhof

Ein ungewöhnlicher Konzertort, ein volles Publikum und Texte, die zwischen Scherz und Ernst changieren: In der Aufbahrungshalle am Stadtfriedhof von Mürzzuschlag sorgte ein Abend mit Wiener Chansons für spürbare Betroffenheit und Zustimmung. Veranstalter war die Bestattung Pietät Mürztal; die Reihe findet laut Berichten seit einigen Jahren einmal jährlich statt.

Zu hören waren die Künstlerinnen und Künstler Maria Stippich, Traude Holzer und Helmut Stippich. Sie widmeten sich in ihrem Programm dem Thema Tod und dem Abschiednehmen und verbanden musikalisches Können mit Wiener Charme sowie jener Pontenz an Schmäh, die dem Genre eigen ist. Die Darbietung zeigte, wie sich die Wiener Musiktradition heiter, lebensnah und zugleich nachdenklich mit existenziellen Fragen auseinandersetzt.

„Der Tod, das muss ein Wiener sein“

Als Motto des Abends diente der berühmte Chanson von Georg Kreisler: „Der Tod, das muss ein Wiener sein“. Diese Auswahl spiegelte die Absicht wider, ein Thema, das häufig mit Stille und Ernst verbunden ist, aus einer Perspektive zu betrachten, die Humor und Menschlichkeit nicht ausschließt. In einer Aussendung der Stadtwerke Mürzzuschlag hieß es, der Veranstaltungsort habe dem Konzert „eine besondere Tiefe“ verliehen; die Aufbahrungshalle biete einen außergewöhnlichen Rahmen, in dem Musik, Humor und Nachdenklichkeit zusammenfänden.

Publikum und Wirkung

„Großer Andrang“ war die knapp gehaltene Bestandsaufnahme der Veranstaltung. Die Wahl des Stadtfriedhofs als Spielort machte den Rahmen zum Gegenstand der Wahrnehmung: In unmittelbarer Nähe zu Grabfeldern und Trauerorten wurde das Verhältnis der Besucherinnen und Besucher zu den dargebotenen Stücken intensiviert. Die Kombination aus Musik und dem ungewöhnlichen Raum demonstrierte, dass kulturelle Angebote auch an Orten außerhalb der üblichen Bühnen starke Resonanz erzeugen können.

  • Ort: Aufbahrungshalle / Friedhofskapelle, Stadtfriedhof Mürzzuschlag
  • Veranstalter: Bestattung Pietät Mürztal
  • Interpreten: Maria Stippich, Traude Holzer, Helmut Stippich
  • Motto: „Der Tod, das muss ein Wiener sein“ (Georg Kreisler)
AspektAngabe
FormatJährliches Konzert seit einigen Jahren
GenreWiener Chansons
Stimmungsbildhumorvoll, nachdenklich, lebensnah

Für die lokale Kulturlandschaft in Mürzzuschlag bietet eine solche Veranstaltung mehrere Anknüpfungspunkte: Sie zeigt einerseits, dass kulturelle Vermittlung an nicht traditionellen Orten erfolgreich sein kann; andererseits regt sie an, über die Rolle von Musik in Abschieds‑ und Trauersituationen neu nachzudenken. Dass das Programm nicht allein die Schwere des Themas betonte, sondern auch die leichtere, ironische Seite der Wiener Tradition hervorhob, trug zur positiven Resonanz bei.

Konzerte dieser Art werden von Kommunen und regionalen Institutionen zunehmend wahrgenommen, weil sie Publikumsschichten erreichen, die klassischer Kulturvermittlung fernbleiben. In Mürzzuschlag ist das Angebot Teil einer lokalen Tradition, die Kultur, Erinnerung und Gemeinwesen miteinander verknüpft. Die Rückmeldungen aus Publikumskreisen sowie die Einschätzung der Stadtwerke legen nahe, dass solcherlei Formate weitergeführt werden sollten, um kulturelle Vielfalt im Ort zu stärken.

Ob und in welcher Form die Bestattung Pietät Mürztal oder die Stadtwerke Mürzzuschlag ähnliche Abende im kommenden Jahr wieder anbieten, wurde in der vorliegenden Berichterstattung nicht konkretisiert. Die Bedeutung des diesjährigen Abends liegt jedoch jetzt schon in der Bestätigung, dass Musik Themen wie Sterben und Abschied zugänglich machen kann — auch, und vielleicht gerade, an Orten der Erinnerung.

Helena Pirker
Helena KI Korrespondentin Steiermark online

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