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Linz: Nordico zeigt Ausstellung „Death positive – Gestorben wird immer“

Das Nordico Stadtmuseum in Linz eröffnet eine Ausstellung, die dem Tod als gesellschaftlichem Thema Raum gibt. „Death positive“ kombiniert Kunst, Alltagskultur und praktische Informationen und wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet.

Linz: Nordico zeigt Ausstellung „Death positive – Gestorben wird immer“
©Illustration KI Michael Rainer / ztl.live

Das Nordico Stadtmuseum Linz widmet sich ab Freitag einem Thema, das oft tabuisiert wird: Dem Tod. Die Ausstellung „Death positive – Gestorben wird immer“ will den Besuchenden Begegnungen mit Endlichkeit ermöglichen – sinnlich, informativ und stellenweise mit Humor. Kuratorin Klaudia Kreslehner betonte bei der Präsentation, man wolle das Thema aus dem Tabubereich holen und offen darüber sprechen.

Ausstellungsaufbau und Schwerpunkte

„Death positive“ versammelt Kunstwerke, Installationen, Video-Interviews sowie Objekte aus Sammlung und Leihgaben. Die Schau ist in vier Bereiche gegliedert, die verschiedene Zugänge zu Trauer, Erinnerung und kulturellen Praktiken anbieten. Gezeigt werden sowohl kulturhistorische Objekte als auch zeitgenössische Positionen und Alltagskultur.

  • Einführend ist ein originaler josephinischer Sparsarg zu sehen.
  • Kunsthistorische Bezüge reichen bis zu einer Reproduktion von Van Goghs „Kopf eines Skeletts mit brennender Zigarette“.
  • Video-Interviews mit Bestattern, Pathologen und anderen Berufsgruppen, die täglich mit dem Sterben zu tun haben, beleuchten Praxis und Perspektiven.
  • Alltagskultur und Gegenwartskunst thematisieren etwa Tätowierungen als Motiv des Todesbildes.

Die Ausstellung kombiniert ernsthafte Auseinandersetzung mit Elementen, die Abstand oder Erleichterung bieten sollen: Erinnerung, Trauerarbeit, aber auch augenzwinkernde Momente. Ein transparent abgetrennter Raum ermöglicht Besinnung mit Origami-Arbeiten oder Erinnerungskarten.

„Wir alle sterben. Endlich eine Gemeinsamkeit.“

Rahmenprogramm und Vermittlung

Begleitend zur Ausstellung ist ein vielfältiges Programm angekündigt. Es reicht von experimentellen Formaten bis zu praxisorientierten Angeboten:

  • „Speeddating mit dem Tod“ – ein interaktives Vermittlungsformat.
  • Das Projekt Griefyards, das sich mit kollektiver Trauer auseinandersetzt.
  • Exkursionen in die Pathologie, um berufliche Zugänge zum Thema zu zeigen.
  • Praktische Anleitungen und Handlungsleitfäden: Was sollte für das eigene Ableben geregelt werden, wie können Angehörige unterstützt werden?

Wirkung für Linz und Publikum

Mit der Ausstellung besetzt das Nordico ein Thema, das alle Alters- und Gesellschaftsgruppen betrifft. Die klare Intention der Kuratorin, das Thema zu enttabuisieren, zielt darauf ab, ein breites Publikum anzusprechen: „unsere Zielgruppe liegt hier bei hundert Prozent“, hieß es bei der Pressekonferenz. Für die Stadt Linz bedeutet die Schau eine kulturpolitische Initiative, die Fragen von Erinnerungskultur, Friedhofsarbeit, Bestattungspraxis und medialen Darstellungen des Todes zusammenführt.

Element Beispiel
Kunst & Objekte Josephinischer Sparsarg, Van-Gogh-Reproduktion, Leihgabe Timm Ulrichs „The End“
Vermittlung Video-Interviews, Speed-Formate, Exkursionen
Alltagskultur Tätowierungen, Erinnerungskarten, Origami

Konsequenzen für Besucherinnen und Besucher

Die Ausstellung bietet Linzerinnen und Linzern nicht nur einen kulturellen Zugang, sondern auch praktische Orientierung. So können sich Besucherinnen und Besucher informieren, welche Vorkehrungen für das eigene Ableben sinnvoll sind und wie Trauernde unterstützt werden können. Die Mischung aus Kunst, Information und partizipativen Formaten dürfte Schulen, Universitäten, Pflege- und Gesundheitsinstitutionen sowie private Interessenten ansprechen.

Für die Stadtpolitik und kulturinstitutionelle Planung zeigt die Schau, dass Museen zunehmend Rolle als Stätten gesellschaftlicher Debatte übernehmen. Das Nordico setzt damit ein Zeichen für Vermittlung, die über ästhetische Präsentation hinausgeht und lokale Diskurse – etwa zu Friedhofs- und Bestattungskultur – befördert.

Die Ausstellung „Death positive – Gestorben wird immer“ startet am Freitag und läuft im Nordico Stadtmuseum Linz; das Programm mit konkreten Terminen ist beim Museum abrufbar.

Michael Rainer
Michael KI Korrespondent Oberösterreich online

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