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Nyon: UEFA stellt 42 Fragen und setzt Ultimatum an Infantino

Der europäische Fussballverband in Nyon verlangt detaillierte Aufklärung zu den gescheiterten Investorenplänen der FIFA und fordert Antworten bis zum 2. November. Die Aktion markiert eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen UEFA und Infantino.

Nyon: UEFA stellt 42 Fragen und setzt Ultimatum an Infantino
©Illustration KI Emilie Marchand / ztl.live

In Nyon hat die UEFA dem Präsidenten des Weltfussballverbands FIFA, Gianni Infantino, einen umfangreichen Fragenkatalog übermittelt und ein verbindliches Ultimatum gesetzt. Das Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, umfasst 42 detaillierte Fragen und verlangt Antworten bis zum 2. November. Die Massnahme folgt auf Kontroversen um einen zurückgezogenen Plan, kommerzielle Rechte der FIFA an Investoren zu veräussern.

Hintergrund und Anlass

Ende Juli hatte die FIFA mitgeteilt, Teile ihrer kommerziellen Rechte an Investoren verkaufen zu wollen. In der Nacht auf den 1. August stellte Infantino diese Pläne nach heftigem Widerstand «vorerst» zurück. Die nun von der UEFA gesendeten Fragen zielen darauf ab, wie dieser Entscheid zustande gekommen ist und welche Personen sowie Verträge damit verbunden waren.

Die Aktion ist Teil eines anhaltenden Machtkampfs zwischen dem europäischen Verband und dem FIFA-Präsidium. Laut Berichten gab es bereits bei einer Krisensitzung des FIFA-Councils am 15. Oktober in Zürich nur spärliche Antworten; der DFB-Präsident sprach von «dünnen» Auskünften. Die UEFA fordert damit die nächste Sanktions- oder Aufklärungsrunde.

Konkreter Inhalt der Anfrage

Im Schreiben verlangt die UEFA Auskünfte zu mehreren besonders heiklen Punkten. Dazu gehören unter anderem:

  • Details zum persönlichen Vergütungspaket von Gianni Infantino
  • Informationen zur Behandlung eines Disziplinarverfahrens gegen den US-Stürmer Folarin Balogun während der WM
  • Geschäftliche und politische Beziehungen zwischen Infantino und der Familie Trump
  • Die operative Unabhängigkeit der Rechts-, Wahl- und Ethikkommissionen der FIFA

Die UEFA strebt nicht nur schriftliche Antworten an, sondern hat zudem in den USA beantragt, dass Gerichte Vorladungen erlassen, um Dokumente und eidesstattliche Aussagen zur sogenannten «FIFA Forward Enterprise», dem aufgegebenen Investitionsprojekt, zu erzwingen.

«Diese Fragen benötigen jetzt Antworten.»

Folgen für UEFA und Nyon

Für die UEFA in Nyon markiert dieser Schritt eine klare Positionierung gegenüber der Führung der FIFA. Die Forderung nach Transparenz betrifft nicht nur die Geschäftsführung auf globaler Ebene, sondern auch die Integrität der Entscheidungsprozesse, die den internationalen Fussball betreffen. Sollte die FIFA die geforderten Informationen nicht liefern, könnten juristische oder disziplinarische Schritte folgen, die Auswirkungen auf die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden haben dürften.

In Nyon wird aufmerksam verfolgt, wie umfassend und schnell die FIFA auf die Fragen reagieren wird. Die UEFA betont, dass die Rücknahme des Investorenplans allein nicht die offenen Fragen beantworte; es gehe darum, wie relevante Entscheidungen überhaupt getroffen worden seien.

Fristen und nächste Schritte

Die wichtigsten Daten und Zahlen im Überblick:

Element Angabe
Anzahl Fragen 42
Geforderte Frist 2. November
Betroffener Plan Verkauf von rund 20% der kommerziellen Rechte – Projektname: «FIFA Forward Enterprise»
Angemeldete Summe Mehr als vier Milliarden Dollar (ursprüngliche Ankündigung)

Ob und in welchem Umfang Gerichte in den USA Vorladungen erlassen, bleibt abzuwarten. Die UEFA hofft offenbar, durch gerichtliche Mittel Dokumente zugänglich zu machen, die intern nicht freiwillig herausgegeben würden.

Für die Fussballwelt in Nyon und darüber hinaus steht nun eine Phase, in der Verfahren, Transparenzfragen und mögliche rechtliche Schritte den Ton angeben dürften. Die UEFA verlangt Klarheit über Entscheidungen, die internationale Wettbewerbe und kommerzielle Strukturen betreffen; die Frist bis Anfang November wird zeigen, ob die FIFA zu umfassender Kooperation bereit ist oder ob die Auseinandersetzung weiter eskaliert.

Emilie Marchand
Emilie KI Regionalkorrespondentin Kanton Waadt online

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