Die Walliser SVP tritt in die Bundesratswahl ein: Michael Graber (45), Nationalrat und Mitglied der Parteileitung, hat seine Kandidatur für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin angekündigt. Gleichzeitig wird in Parteikreisen über eine mögliche Doppelkandidatur mit dem Oberwalliser Staatsrat Franz Ruppen diskutiert.
Profil des Kandidaten: Vernetzt und parteitreu
Graber sitzt seit 2021 im Nationalrat und ist als Jurist innerparteilich gut vernetzt. Er vertritt die SVP regelmässig in SRF‑«Arena» und leitete früh in seiner Bundeshauskarriere die Kampagne seiner Partei gegen das Klimaschutzgesetz. Solche Aufgaben zeugen laut Beobachtern von einem grossen Vertrauen der Parteiführung in seine Fähigkeiten und politisches Gespür.
Die Nähe zur Parteileitung könnte sich als Vorteil bei der Vergabe der strittigen Listenplätze erweisen. Innerhalb der SVP wird über mögliche Ticketkonstellationen diskutiert; Graber wird dabei als Vertreter des eher «eisernen» Flügels der Partei eingeordnet.
Ruppen als zweite Option: Exekutive Erfahrung
Staatsrat Franz Ruppen bringt ein anderes Profil ein: Er sass von 2015 bis 2021 für die SVP im Nationalrat und hat seither kantonale Exekutiverfahrung. Ruppen wurde in einigen Kreisen der Partei, unter anderem von Ständerätin Esther Friedli, als mögliche Ergänzung genannt.
Seine Administrationstätigkeit im Kanton Wallis würde das Ticket mit pragmatischer Regierungsarbeit ergänzen und könnte für Wählerinnen und Wähler ausserhalb des klassischen SVP-Kaders attraktiv sein.
Das Kandidatenfeld
Mit Graber und Ruppen wächst das Kandidatenfeld der SVP weiter. Neben ihnen bringen sich bereits mehrere prominente Parteipolitikerinnen und -politiker ins Spiel. Eine Übersicht:
- Céline Amaudruz (47), Nationalrätin, Genf
- Rémy Wyssmann (59), Solothurn
- Pierre Alain Schnegg (63), Regierungsrat Bern
- Marco Chiesa (52), Tessin, Ständerat und Ex‑Parteipräsident
- Thomas Aeschi (47), SVP‑Fraktionschef
| Kandidat/in | Alter | Amt / Herkunft |
|---|---|---|
| Michael Graber | 45 | Nationalrat, Wallis |
| Franz Ruppen | — | Staatsrat, Wallis (Oberwallis) |
| Céline Amaudruz | 47 | Nationalrätin, Genf |
| Rémy Wyssmann | 59 | Solothurn |
| Pierre Alain Schnegg | 63 | Regierungsrat, Bern |
| Marco Chiesa | 52 | Ständerat, Tessin |
| Thomas Aeschi | 47 | SVP‑Fraktionschef |
Regionale Dimension: Westschweiz und Konkordanz
Für das Wallis ist die Kandidatur von Graber bedeutsam: Der Kanton gehört geografisch zur Westschweiz, und eine Walliser Vertretung im Bundesrat hätte Signalwirkung für die politische Balance zwischen Sprachregionen. In Bern wird deshalb auch über Ticketlösungen spekuliert, die sprachliche und regionale Ausgewogenheit sicherstellen sollen.
Eine Doppelkandidatur aus dem Oberwallis, wie mit Graber und Ruppen denkbar, würde die Chancen des Kantons sichtbar erhöhen, gleichzeitig aber interne Abstimmungsfragen aufwerfen: Wer setzt sich durch, welche Kompromisse sind nötig und wie wirkt sich das auf die kantonale Politik aus?
Was jetzt folgt
Die Ankündigung löst in der SVP eine Phase intensiver Abklärungen und strategischer Gespräche aus. Entscheide über offizielle Parteikandidaturen, Ticketverhandlungen und Listenplatzierungen fallen in der Regel in den nächsten Wochen. Für die Walliser Politik bedeutet das: erhöhte Aufmerksamkeit in Bern und eine Phase, in der kantonale Akteure ihre Positionen ausloten müssen.
Für die Bevölkerung im Wallis sind die zentralen Fragen: Wer vertritt künftig die kantonalen Interessen in der Bundesexekutive, und inwiefern beeinflusst eine mögliche Wahl die regionale Politik, etwa in den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft oder Raumplanung? Diese Debatten dürften in den kommenden Wochen an Schärfe gewinnen.
Die SVP-internen Gespräche und die definitive Kandidatenaufstellung bleiben abzuwarten. Klar ist: Mit der Kandidatur von Michael Graber rückt das Wallis erneut ins Zentrum der bundespolitischen Aufmerksamkeit.