Oberhausen ist am 14. Oktober 2026 in Brüssel mit dem „Bridges of Trust Award“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt kommunale Partnerschaften mit Städten in der Ukraine, die sich in besonderer Weise durch Austausch, Hilfeleistung und gemeinsame Projekte hervorgetan haben. Für Oberhausen nahm der Erste Beigeordnete Apostolos Tsalastras die Auszeichnung entgegen; aus Saporischschja war die amtierende Oberbürgermeisterin Regina Kharchenko zur Preisverleihung angereist.
Europäische Anerkennung für lokale Solidarität
Die Jury ehrte in diesem Jahr sechs sogenannte „Bridges of Trust“-Botschafter; mit einem zusätzlichen Sonderpreis wurden insgesamt sieben Partnerschaften ausgezeichnet. Neben der Verbindung zwischen Oberhausen und Saporischschja erhielten Städte aus Deutschland, Frankreich, Slowenien, Rumänien, Italien, Schweden und den Niederlanden Preise für ihr Engagement. Die Auszeichnung stellt nach Auffassung der Organisatoren die Bedeutung langfristiger kommunaler Beziehungen in den Mittelpunkt — gerade seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022.
„Die Prämierung mit dem Bridges of Trust Preis macht deutlich, dass unsere langjährige gute Zusammenarbeit mit Saporischschja auch auf der europäischen Ebene wahrgenommen wird und bestätigt, dass wir eine sehr wertvolle Arbeit leisten.“
Dieses Zitat stammt von Apostolos Tsalastras, der die Motivation Oberhausens bündig zusammenfasst: Die Partnerschaft sei keine reine Symbolpolitik, sondern ein praktischer Kanal für Unterstützung und fachlichen Austausch. Seit 2022 habe sich die Rolle zahlreicher Städtepartnerschaften verändert: Sie sind zu direkten Organisatoren von Hilfen geworden — von der Beschaffung technischer Geräte bis zur Aufnahme Geflüchteter.
- Direkte Hilfe: Übergabe von Fahrzeugen, Generatoren und medizinischer Ausrüstung;
- Unterstützung vor Ort: Aufnahme von Geflüchteten und Vermittlung von Personal;
- Fachlicher Austausch: Ukrainische Kommunen geben Erfahrungen in Krisenmanagement und Katastrophenschutz weiter.
Die Auszeichnung in Brüssel soll diese vielfache Zusammenarbeit sichtbar machen und zugleich die wechselseitigen Lernprozesse betonen: Nicht nur europäische Städte unterstützen ukrainische Partner, sondern ukrainische Kommunen bringen auch spezialisiertes Wissen ein, etwa im Bereich ziviler Gefahrenabwehr.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Datum der Preisverleihung | 14. Oktober 2026 |
| Anzahl ausgezeichnete Partnerschaften | 7 (inkl. Sonderpreis) |
| Vertretene Länder (Beispiele) | Deutschland, Frankreich, Slowenien, Rumänien, Italien, Schweden, Niederlande |
Für Oberhausen hat die Ehrung auch innenstadtrelevante Bedeutung: Städtepartnerschaften prägen kommunale Aktivitäten, soziales Engagement und zivilgesellschaftliche Netzwerke. Die Anerkennung auf europäischer Ebene kann helfen, lokale Unterstützungsangebote zu stärken und die Sichtbarkeit ehrenamtlicher Initiativen wie Spendenaktionen, kulturelle Austauschprojekte oder Hilfstransporte zu erhöhen. Zugleich sendet der Preis ein Signal an andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus, dass nachhaltige Partnerschaften in Krisenzeiten an Relevanz gewinnen.
Die Verleihung fand im Rahmen der Europäischen Woche der Regionen und Städte statt, einer Plattform, auf der Kommunen europäische Vernetzung, Fördermöglichkeiten und Initiativen vorstellen. In diesem Kontext erhielt die Partnerschaft von Oberhausen mit Saporischschja neben der symbolischen Anerkennung die Gelegenheit, die praktische Arbeit und die daraus entstandenen Netzwerke einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren.
Für Oberhausen bleiben nun Fragen der weiteren Umsetzung: Welche konkreten Projekte folgen aus der Auszeichnung? Wie lässt sich das gewachsene Vertrauen in längerfristige Kooperationen übersetzen — etwa in gemeinsame Förderanträge, Austauschprogramme oder strukturierte Hilfeleistungen? Die Auszeichnung eröffnet Chancen, schafft aber zugleich Erwartungen an Nachhaltigkeit und Transparenz in der Zusammenarbeit.
Unabhängig von diesen Detailfragen steht fest, dass Oberhausen mit der Ehrung in Brüssel eine positive Rückmeldung für das bisher geleistete Engagement erhalten hat und die Stadt nun verstärkt als aktiver Akteur in europäischen Unterstützungsnetzwerken wahrgenommen wird.