Nach dem Drittligaspiel zwischen Alemannia Aachen und Hansa Rostock am 17. Oktober berichten Verein und Polizei von mehreren Vorfällen, die den Spieltag am Tivoli überschatteten. Demnach kam es im Umfeld des Heimspiels zu vereinzelten Übergriffen durch Anhänger der Gästemannschaft; außerdem gingen während der Partie und in der Halbzeitpause drei Meldungen über Feuer im Sanitärbereich des Gästeblocks ein. Die Polizei hat Ermittlungsverfahren eingeleitet, der Verein ruft Betroffene und Zeugen zu Hinweisen auf.
Verein sucht Betroffene und Zeugen
In einer Mitteilung in den Vereinsmedien beschrieb die Alemannia die Situation als ernstzunehmend. Der Klub machte keine konkreten Angaben zur Zahl der Betroffenen oder zur genauen Abfolge der Vorfälle, nannte jedoch Schauplätze in der Aachener Innenstadt, der StädteRegion Aachen und dem angrenzenden Ausland. Ziel sei, die Vorfälle aufzuarbeiten und Betroffene zu unterstützen. Als Kontaktperson nennt der Verein den Fanbeauftragten Stephan Braun (stephan.braun@alemannia-aachen.de).
„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Betroffenen mit dem Erlebten nicht allein zu lassen und ihnen Unterstützung bei der Verarbeitung der Vorfälle anzubieten“, schreibt die Alemannia.
Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und Körperverletzung
Nach Angaben der Polizei Aachen wurden während der Partie sowie in der Halbzeitpause drei Meldungen über Brände in den Sanitäranlagen des Gästebereichs registriert. Sicherheitsdienst und Feuerwehr löschten jeweils kleinere Feuer. Die Behörden leiteten drei Strafverfahren wegen versuchter Brandstiftung ein. Zudem kam es nach Spielende im Stadionumlauf zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Ordnern und Rostocker Fans; ein Ordner verletzte sich nach bisherigen Erkenntnissen leicht.
- Drei Meldungen über Brände im Gästebereich während des Spiels und der Halbzeit.
- Drei eingeleitete Strafverfahren wegen versuchter Brandstiftung.
- Eine körperliche Auseinandersetzung im Stadionumlauf mit einem leicht verletzten Ordner.
Konsequenzen für Sicherheit und Fanarbeit
Der Vorfall reiht sich in eine Reihe belastender Ereignisse bei auswärts reisenden Fangruppen: Schon im vergangenen Gastspiel hinterließen Rostocker Anhänger laut Polizei erhebliche Sachschäden im Gästeblock, darunter zerstörte Sitzschalen. Für Aachen bedeutet das einerseits eine Herausforderung für die Sicherheitskonzeption bei Großveranstaltungen, andererseits aber auch eine Aufgabe für die Fanarbeit des Vereins: Die Alemannia will Betroffene unterstützen und die Vorfälle aufarbeiten. Der Aufruf an Zeugen zeigt, dass der Klub auf eine aktive Aufklärung und ggf. eine interne Aufarbeitung setzt.
Ermittlungen und offene Fragen
Polizei und Staatsanwaltschaft müssen nun klären, wer für die Brände verantwortlich ist und wie sich die Auseinandersetzungen im Umfeld des Stadions genau ereignet haben. Die betreffenden Strafverfahren wegen versuchter Brandstiftung sind eingeleitet; nähere Angaben zu Beschuldigten oder Motivlage machte die Polizei bislang nicht. Auch über die Zahl der angeblich von Übergriffen betroffenen Alemannia-Anhänger liegen keine konkreten Informationen vor. Der Verein bittet daher ausdrücklich Personen mit Hinweisen, sich zu melden.
Für die lokale Sicherheitspolitik und das Stadionmanagement bleibt die Frage, wie sich ähnliche Vorfälle künftig vermeiden lassen. Dies betrifft sowohl präventive Maßnahmen im Stadion und rund um den Tivoli als auch die Zusammenarbeit mit Fangruppen, Ordnungsdiensten und Polizei in der Region. Die Ermittlungen dürften zudem Einfluss darauf haben, ob es kurzfristig zu verstärkten Kontrollen oder organisatorischen Änderungen bei Spielen kommt.
Die Alemannia stellt Betroffenen Unterstützung in Aussicht und hat einen zentralen Ansprechpartner benannt. Parallel laufen die polizeilichen Ermittlungen, deren Ergebnisse weitere Klarheit über Verantwortliche und mögliche strafrechtliche Folgen bringen sollen.