Der markante Gasthof National im Zentrum von Langendorf hat neue Eigentümer: Die Mono Haus Immobilien AG aus Solothurn erwarb das historisch gewachsene Gebäude mit Restaurant, 12 Hotelzimmern und zwei Wohnungen. Das Haus steht seit Herbst 2023 zum Verkauf; die früheren privaten Eigentümer hatten einen Verkaufspreis von 2,3 Millionen Franken angesetzt. Der Eigentümerwechsel erfolgte per 1. Oktober.
Gebäude gilt als erhaltenswert
Die Liegenschaft ist laut Langendorfer Bauverwaltung ein «erhaltenswertes» Kulturobjekt. Das Gebäude ist rund 116 Jahre alt und weist nach Einschätzung der neuen Besitzer Sanierungsbedarf auf. Konkrete Angaben zur Kaufsumme machen die Mono Haus Immobilien AG oder ihr Teilhaber Raphael Studer nicht.
Studer betont gegenüber den Medien, dass Hotel- und Gastrobetrieb nach notwendigen Sanierungsarbeiten grundsätzlich weitergeführt werden sollen. Er unterstreicht den Wunsch, den Charakter des Hauses zu bewahren:
«Wir sind selbst Stammkunden des Restaurants. Ich will diesen schönen Zeitzeugen im Ort erhalten. Wir streben so wenig Veränderung wie möglich an.»
Ausgangslage für Pächter und Betrieb
Der jetzige Pächter, das Wirtepaar Antonija und Amir Zukanovic, führt den Gasthof National seit 2005. Die Familie geniesst in der Region einen guten Ruf durch die regionale Küche; das Lokal gilt als Dorfbeiz. Zugleich hat sich die Wirtsfamilie personell und betrieblich bereits neu orientiert: Seit Anfang 2026 betreiben sie das Restaurant Wilyhof in Luterbach und ausserdem das Hotel und Restaurant Rössli in derselben Gemeinde.
Der derzeitige Pachtvertrag für Hotel und Restaurant läuft gemäss Auskunft bis Frühjahr 2027. Damit bleibt den neuen Eigentümern und dem aktuellen Pächterkreis Zeit, Konzepte für die anstehenden Sanierungs‑ und Betriebsfragen zu klären.
Konkrete Pläne noch offen
Welche Detailpläne Mono Haus Immobilien AG verfolgt, ist noch nicht bekannt. Studer nennt als Ziel, den Betrieb fortzuführen und möglichst wenige Veränderungen anzubringen. Ob Einheiten wie die Zimmer weiterhin vermietet werden, wie die Wohnungen genutzt oder ob Umbaumassnahmen im Innern anstehen, ist Gegenstand weiterer Prüfungen.
Für die Gemeinde Langendorf ist die Entwicklung relevant: Das Gebäude liegt zentral an der Ecke Weissenstein- / Rüttenenstrasse und prägt das Ortsbild. Ein Erhalt des Betriebs würde die Beizkultur im Dorf stärken und die lokale Nahversorgung mit gastronomischen Angeboten sichern.
Was Anwohner und Gäste jetzt wissen müssen
- Die Mono Haus Immobilien AG ist seit 1. Oktober Eigentümerin des Gasthofs National.
- Das Haus gilt als erhaltenswertes Kulturobjekt und ist sanierungsbedürftig.
- Der Pachtvertrag läuft bis Frühjahr 2027; der Betrieb soll nach Sanierung weitergeführt werden.
Für Gäste und Stammkunden bedeutet das: Kurzfristig ändern sich Angebot und Betrieb nicht. Langfristig sind Renovationen zu erwarten, die Ablauf und Verfügbarkeit von Hotelzimmern kurzfristig beeinflussen könnten. Konkrete Zeitpläne und Umfang der Arbeiten liegen noch nicht vor.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Region
Ein Fortbestehen von Gasthof und Hotel stützt das lokale Gewerbe: Gästezimmer fördern Übernachtungen, das Restaurant zieht Einheimische wie Auswärtige an. Gleichzeitig zeigt der Verkauf an eine lokale Immobilienfirma, dass private Akteure bereit sind, in den Erhalt historischer Bauten im Kanton Solothurn zu investieren. Ob weitere Partner für die Sanierung beigezogen werden, bleibt abzuwarten.
Die Gemeinde Langendorf und die Bauverwaltung begleiten laut bisherigen Angaben den Prozess, insbesondere im Hinblick auf die denkmalpflegerische Relevanz. Weitere Informationen werden erwartet, sobald die neuen Eigentümer ihre Sanierungspläne konkretisieren.
Für die lokale Gastronomie ist der Fall ein Beispiel, wie traditionelle Betriebe in kleinen Gemeinden erhalten werden können: durch Übernahme durch regionale Investoren, enge Abstimmung mit Pächtern und schrittweise Instandsetzungsarbeiten, die das Ortsbild bewahren sollen.
Weitere Entwicklungen rund um das Objekt werden von Gemeinde und Mono Haus Immobilien AG verfolgt. Die Frage, wie viel Veränderung ein «erhaltenswertes» Gebäude verträgt, bleibt im Zentrum der anstehenden Abklärungen.