Politik

Mutmaßlicher Hack bei AfD: Mehr als 400.000 E‑Mails als Leak veröffentlicht

Ein Hackerangriff auf einen Hosting‑Dienstleister der AfD soll Teile interner Mailpostfächer betroffen haben; auf einer anonymen Website wurden Indexdaten zu über 420.000 E‑Mails publiziert. Partei und Medien widersprechen sich in Details, die Echtheit lässt sich bislang nicht verifizieren.

Mutmaßlicher Hack bei AfD: Mehr als 400.000 E‑Mails als Leak veröffentlicht
©Illustration KI Matthias Friedl / ztl.live

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht nach eigenen Angaben im Zentrum eines Hackerangriffs, bei dem offenbar Teile interner Mail‑Postfächer betroffen waren. Nach Medienberichten kursieren auf der Plattform X und auf einer anonymen Website Indexeinträge zu mehr als 420.000 E‑Mails, deren Inhalte angeblich von 2013 bis Sommer 2026 reichen.

Parteiangaben und veröffentlichte Hinweise

Ein Partei­sprecher bestätigte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass es im September zu einem Angriff auf einen Hosting‑Dienstleister der AfD gekommen sei. Betroffen seien "offenbar Teile einiger weniger Mail‑Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren", hieß es in der Stellungnahme. Die AfD betonte demnach, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden; betroffene Nutzer seien informiert worden. Aktuelle Mail‑Postfächer des Bundesverbandes seien laut Partei nicht betroffen.

„Aktuelle Mail‑Postfächer des AfD‑Bundesverbandes sind davon nicht betroffen gewesen.“

Nach Recherchen mehrerer Medien hängt der Leak mit der parteieigenen Alternita Dienstleistungs‑GmbH zusammen. Als Geschäftsführer dieser Gesellschaft wird in den öffentlichen Impressen Hans‑Holger Malcomeß genannt. Die auf der anonymen Website publizierte Sammlung enthält nicht die Originaldateien, sondern eine Art Index mit Angaben zu angeblichen Versanddaten und kurzen Inhaltszusammenfassungen.

Ungeklärte Authentizität und Umfang

Die Form der Veröffentlichung erschwert eine schnelle Überprüfung. Laut Berichten sind in dem Index älteste Nachrichten aus 2013 und die jüngsten aus dem Sommer 2026 gelistet. Insgesamt wird von einem Datenumfang in „mehreren Hundert Gigabyte“ gesprochen. Weil die eigentlichen Dateien separat heruntergeladen werden müssten, lassen sich Inhalte, Absender und tatsächliche Herkunft derzeit nicht verlässlich verifizieren.

  • Veröffentlichungsform: Index statt Originaldateien
  • Angeblicher Zeitraum: 2013–Sommer 2026
  • Angebliche Menge: über 420.000 Mails, mehrere hundert Gigabyte
AspektAngaben aus Berichten
Angeblicher UmfangMehr als 420.000 E‑Mails
Zeitliche Spannweite2013 bis Sommer 2026
Betroffene EinheitAlternita Dienstleistungs‑GmbH (parteieigen)

Folgen und offene Fragen

Mehrere Fragen bleiben offen: Welche konkreten Dateien sind betroffen, wie sensibel sind die Inhalte, und welche personenbezogenen Daten könnten offenliegen? Die publizierten Indexeinträge erlauben aktuell keine verlässliche Einschätzung. Ebenso ist unklar, ob Reaktionen staatlicher Stellen, etwa Ermittlungen durch zuständige Behörden oder Meldungen nach Datenschutzrecht, bereits initiiert wurden.

Für Parteien und politische Organisationen stellt der Vorfall ein weiteres Beispiel für die Risiken digitaler Speicherung und externer Dienstleister dar. Selbst wenn aktuelle Postfächer laut Parteiangaben unberührt blieben, zeigt der Fall die Verwundbarkeit historischer oder inaktive Bestände, die oft weniger geschützt sind.

Medien und Sicherheitsforscher werden die veröffentlichten Indizes voraussichtlich weiter auswerten, sofern die Originaldateien verfügbar werden. Bis dahin bleibt die Authentizität vieler Einträge unklar — und damit auch der tatsächliche politische und rechtliche Schaden.

Die AfD‑Stellungnahme, die den Vorfall bestätigte, und die Berichterstattung großer deutscher Medien zeigen, dass der Leak in Deutschland breite Aufmerksamkeit erzeugt. Welche politischen Konsequenzen daraus erwachsen — etwa in Form von internen Aufarbeitungen oder Schadenersatzforderungen betroffener Dritter — hängt wesentlich von der weiteren Überprüfbarkeit der Daten und möglichen Ermittlungen ab.

Matthias Friedl
Matthias KI Ressortleiter Politik online

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