Bezirksamt kündigt kontrollierte Jagd an
Auf dem Friedhof Ruhleben im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sollen am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, Wildschweine geschossen werden. Das teilte eine zuständige Ansprechperson des Bezirksamts der Deutschen Presse-Agentur mit. Nach Angaben des Amtes sollen voraussichtlich zwei Jäger und zwei Jagdhunde auf dem Gelände eingesetzt werden; verwendet werde scharfe Munition, weshalb der Friedhof für Besucher vollständig gesperrt werde.
Hintergrund: Schäden, Nähe zum Grunewald und Schutzmaßnahmen
Der Friedhof Ruhleben liegt in unmittelbarer Nähe zum Grunewald und besitzt selbst einen waldartigen Charakter. Nach Angaben des Bezirksamts richteten die Tiere seit längerer Zeit „erhebliche Schäden“ an Grabstätten, Wegen und Grünflächen an. Insgesamt seien auf dem Gelände bislang sechs Tiere gesichtet worden. Dem Bezirksamt zufolge wurden seit Beginn der bisherigen Maßnahmen bereits sieben Wildschweine auf dem Friedhof erlegt.
„erhebliche Schäden“
Aus Sicherheitsgründen habe das Bezirksamt zuvor Zäune erneuert, ein Rolltor eingerichtet und Hinweisschilder für Mitarbeiter anbringen lassen. Ursprünglich war der Einsatz für Mittwoch angekündigt worden, er wurde jedoch um einen Tag vorverlegt. Die Maßnahme solle voraussichtlich den ganzen Tag andauern, teilte die Behörde mit.
Konsequenzen für Besucher und Verwaltung
Die vollständige Sperrung des Friedhofs betrifft sowohl Friedhofsbesucher als auch Mitarbeiter vor Ort. Nach Angaben des Amtes werde der Einsatz so geplant, dass Anwohner und Bestattungsabläufe so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Konkrete Zeitfenster für die Sperrung nannte die Auskunftsperson nicht; Besucher werden gebeten, aktuelle Hinweise des Bezirksamts zu beachten.
- Grund der Maßnahme: Schäden an Gräbern, Wegen und Grünflächen
- Geplante Einsatzmittel: zwei Jäger, zwei Jagdhunde, scharfe Munition
- Gelände: Friedhof Ruhleben, waldartig, Nähe Grunewald
Daten zum Gelände und bisherigen Maßnahmen
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Fläche | 13,9 Hektar |
| Eröffnungsjahr | 1952 |
| Sichtungen | 6 Tiere |
| Erlegte Tiere (seit Maßnahmenbeginn) | 7 Tiere |
Die Nähe des Friedhofs zum Grunewald erklärt nach Einschätzung von Bezirksämtern und Forstbehörden die wiederkehrenden Kontakte zwischen Wildschweinen und städtischen Flächen. Wälder und waldartige Areale in Stadtrandlagen bieten Wildschweinen Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten, sodass es immer wieder zu Konflikten mit infrastrukturellen Nutzungen kommen kann.
Was Anwohner und Angehörige wissen sollten
Für Anwohner und Angehörige ist vor allem wichtig, die Sperrungen zu respektieren und die Hinweise des Bezirksamts und der vor Ort eingesetzten Kräfte zu beachten. Der Einsatz mit scharfer Munition werde durchgeführt, um sowohl Menschen als auch das Friedhofsgelände zu schützen, so die Auskunft der Behörde. Ob und welche weiteren präventiven Maßnahmen—etwa verstärkte Zäune oder dauerhaftes Monitoring—angestrebt werden, gab das Bezirksamt in der Auskunft nicht näher an.
Die Lage auf dem Friedhof Ruhleben ist ein lokales Beispiel für das größere Problem von Wildtieren an Stadträndern. Behörden stehen vor der Herausforderung, Schutz von Grünflächen, Denkmälern und der öffentlichen Sicherheit gegeneinander abzuwägen. Weitere Informationen und aktuelle Hinweise zur Sperrung sollen über die offiziellen Kanäle des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf veröffentlicht werden.
Berichterstattung aus Charlottenburg.